Gesellschaft Freunde der Künste

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Bewerbungsfrist 31. Juli 2010

3. PlusPunkt KULTUR - Beim bundesweiten Projektwettbewerb PlusPunkt Kultur werden jährlich 30 spannende Projekt ausgezeichnet

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend schreiben den PlusPunkt Kultur aus. Beim bundesweiten Projektwettbewerb PlusPunkt Kultur werden jährlich 30 spannende Projekt ausgezeichnet.

Bewerben können sich junge Menschen im Alter zwischen 14 und 30 Jahren sowie Einrichtungen der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit sowie der Kulturellen Bildung, die gemeinsam mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ein Engagementprojekt planen oder umsetzen.

Die PlusPunkt KULTUR-Auszeichnung beinhaltet fachliche Qualifizierungsmaßnahmen (bspw. Öffentlichkeitsarbeit, Projektmanagement, Erfolgreiche Gruppenkommunikation) sowie ein projektgebundenes Preisgeld in Höhe von 1000 Euro.

Gesucht werden packende Projekte die sich an Kinder, Jugendliche und die Generation 60+ richten und mit einem der folgenden Themenschwerpunkte auseinandersetzen: „Kultur und neue Medien/Social Media“; „Mehr Kultur an Schulen“, „Interkultur“, „Kultur im Brennpunkt“ und „Kultur von Jung und Alt“.

Bewerbungsfrist ist der 31. Juli 2010.

Ziel des PlusPunkt Kultur ist es, junge Menschen zu fördern und für ein freiwilliges Engagement in der Kultur nachhaltig zu motivieren. PlusPunkt Kultur wird im Rahmen der Initiative ZivilEngagement vom BMFSFJ gefördert. Schirmherrin ist Bundesministerin Kristina Schröder.

KULTURELLE BILDUNG MACHT... GLÜCKLICH

Kulturelle Bildung ist in. Was ist Kulturelle Bildung?

Was ist für dich das Wichtigste an dem Projekt?

Theresa: Dass man viel über die Vergangenheit erfährt. Man denkt auch über seine Begabungen nach.

David: Das gibt einem mehr Stärke. Außerdem finde ich toll, dass wir alles gemeinsam besprechen und entscheiden

In der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) sind 55 bundesweit agierende Institutionen, Fachverbände und Landesvereinigungen zusammengeschlossen. Vertreten sind die Bereiche Musik, Spiel, Theater, Tanz, Museumspädagogik, bildnerisches Gestalten, Literatur, Medien, Zirkus, und kulturpädagogische Fortbildung.

Der Verband sichert und qualifiziert die künstlerische und kulturpädagogische Arbeit in Musikschulen, Jugendkunstschulen, Theaterprojekten, Radio- und Filmwerkstätten, Kindermuseen und Tanzensembles, Chören, Musikvereinen, Kinderbibliotheken, Leseclubs, Kinderzirkussen, Spielmobilen und Medienwerkstätten – also überall dort, wo Kunst und Kultur von, für und mit Kindern und Jugendlichen entsteht, auch in der Schule.

Was ist Kulturelle Bildung?

Wenn Bildung die Fähigkeit des einzelnen Menschen ausmacht, sich in der Welt zurecht zu finden, sein Leben zu gestalten und soziales Leben mit anderen zu verantworten – also die Zukunftsfähigkeit nicht nur des eigenen Lebens, sondern der Gesellschaft zu sichern – dann ist Kulturelle Bildung die Art und Weise, dieses mittels der unterschiedlichen Künste und kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten zu tun.

Kulturelle Bildung bezeichnet den ästhetisch-künstlerischen Prozess, sich lernend, handelnd und verändernd mit dieser Welt auseinander zu setzen. Tanz und Musik, Spiel und Theater, kreatives Schreiben und Lesen, Bildende Kunst, Zirkus, neue und alte Medien sind dabei Kommunikations- und Gestaltungsmittel, die Welt als Ausdruck menschlicher Kultur wahrzunehmen, sie mit kreativer und sozialer Phantasie neu zu deuten, sie sinnlich-konkret zu begreifen und zu verändern.

Die Praxis Kultureller Bildung macht deutlich: Kulturelle Bildung ist Persönlichkeitsbildung und Teil einer gesellschaftlich notwendigen Allgemeinbildung. 

Die speziell in der Kulturellen Bildung zu entwickelnden kreativen, kommunikativen und gestaltenden Kompetenzen sind für eine gelingende Lebensführung unverzichtbar.

Der aktive Umgang mit Künsten und kulturellen Ausdrucksformen, der souveräne Gebrauch von Medien sowie das experimentelle Spiel mit Rollen und Symbolwelten spielen eine entscheidende Rolle in der Bewältigung individueller und gesellschaftlicher Herausforderungen.

Der Wandel der Arbeitsgesellschaft, Globalisierungsprozesse, die Ökonomisierung des gesamten Lebens und die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie mit einem bis dato nie gekannten Geflecht aus realen, symbolischen und virtuellen Handlungsfeldern, fordern ein verstärktes bildungspolitisches Engagement, das auch die Kulturelle Bildung mit einbezieht.

Gerade im Zusammenhang dieser Entwicklungen ist der ganzheitliche Ansatz der Kulturellen Bildung, den Menschen als Wesen mit Kopf, Herz und Hand zu sehen, von entscheidender Bedeutung.

Ging es Anfang der 70er Jahre um den Wandel von der musischen zur Kulturellen Bildung, d. h. der Verabschiedung von dem Gedanken, der junge Mensch brauche einen kreativen Schonraum jenseits der gesellschaftlichen Realität, brachten die 80er Jahre die pädagogische Neuorientierung an einem sozio-kulturellen und allgemeinbildenden Arbeitskonzept, welches den Lebenswelt- und Sozialraumbezug auch in der Kulturellen Bildung verankerte.

Ende des 20. Jahrhunderts zeichnete sich ein weiterer konzeptioneller Wandel ab, der sich mit dem Begriff der Lebenskunst verbindet und den Subjektbezug Kultureller Bildung besonders herausstellt.

Kulturelle Bildung wie sie sich heute versteht, sucht die Auseinandersetzung. Eines ihrer Hauptziele ist die Befähigung junger Menschen, sich in unterschiedlichen Lebenswelten zu behaupten, mit Widersprüchen konstruktiv umzugehen und ein individuelles Lebenskonzept zu entwickeln.

Kulturelle Bildung ließe sich als ein Handlungsfeld definieren, in dem die Alltags- und Lebenserfahrungen von Kindern und Jugendlichen der Ästhetik und der Kunst begegnen.

Ihr, der Kulturellen Bildung, liegt ein methodisch-didaktisches Fachlichkeits-Konzept zugrunde, welches Formen der kulturell-künstlerischen Betätigung wie auch Formen der Rezeption einschließt und das sich nicht mit MitarbeiterInnen ohne entsprechende künstlerische und kulturpädagogische Fachqualifikationen vermitteln lässt.

Denn die spezifischen Bildungswirkungen Kultureller Bildung entfalten sich nur, wenn die fachliche Qualität ernst genommen wird.

Dem Konzept Kultureller Bildung als Allgemeinbildung ist der Anspruch immanent, Kulturelle Bildung für alle zu wollen. Das bedeutet in der Umsetzung, sowohl auf die Chancengleichheit im Zugang zu achten als auch die chancengleiche Entfaltung je eigener kultureller Bedürfnisse zu respektieren.

Bei allen Bildungswirkungen, die man der Kulturellen Bildung zutraut und die in Studien untersucht und belegt werden, darf man Folgendes nicht aus den Augen verlieren:

Es geht um Welt-Erfahrung in und mit den Künsten, die ihren eigenen Wert und ihre eigene Kraft entfalten, jenseits jeglicher Funktionalisierungen. Ohne den Eigensinn, manchmal Un-Sinn oder auch die Sinnlosigkeit, die sich die Kunst leisten darf und muss, würde der Kulturellen Bildung ihr Wertvollstes verloren gehen: ihr Kern.

Kunst und Bildung sind kein Gegensatz: ohne künstlerische Qualität und Ernsthaftigkeit ist in unserem Praxisfeld auch keine Bildungsqualität möglich. Kulturelle Bildung macht vor allen anderen Dingen erst mal eines: glücklich – wenn die „Zutaten“ stimmen.

Grundprinzipien Kultureller Bildung

Prinzipien Kultureller Bildung sind: Ganzheitlichkeit, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, ästhetische Erfahrungen, Stärkenorientierung und Fehlerfreundlichkeit, Interessenorientierung, Partizipation, Vielfalt, selbstgesteuertes Lernen, die Zusammenarbeit mit professionellen Künstler/innen und die Herstellung von Öffentlichkeit.Nachrichten

Kulturelle Bildungsangebote bieten Möglichkeiten zum entdeckenden Lernen in eigener Regie, zum Ausprobieren und Experimentieren, in fremde Rollen schlüpfen, Fehler machen können und – wichtig und nicht zu vergessen – für Spaß und Lebensfreude.

KulturpädagogInnen und KünstlerInnen wissen, dass „ihre“ Kinder und Jugendlichen in der Regel einen großen Gewinn aus dem jeweiligen Angebot ziehen: Sie trauen sich etwas (z. B. auf der Bühne stehen, vor der Kamera agieren), kommen auch zum 10. Probentermin, arbeiten kooperativ mit anderen zusammen, lassen sich von gelegentlichen Misserfolgen nicht entmutigen.

Diese so genannten Schlüsselkompetenzen – hier sind es Selbstvertrauen, Verlässlichkeit, Teamfähigkeit, Durchhaltvermögen und Kreativität – werden durch Kulturelle Bildung gestärkt. Erfahrbar werden sie durch den „Kompetenznachweis Kultur“.

Dies ist ein dialogisches Verfahren, das Jugendliche durchlaufen können, die aktiv an künstlerischen und kulturpädagogischen Angeboten teilnehmen. Es dokumentiert, welche individuellen personalen, sozialen, methodischen und künstlerischen Kompetenzen sie dabei gezeigt und weiterentwickelt haben.

Sie werden sich ihrer Stärken, Lernerfahrungen und der Wirkungen des eigenen künstlerischen Tuns bewusst. Fachkräftegewinnen durch das dialogische Verfahren Motivation und Sicherheit über die Wirkung ihrer Arbeit. 

Kultur und Schule

Die BKJ thematisiert seit vielen Jahren die Zusammenarbeit von Schule und Kultur, hat Modellprojekte durchgeführt und kann zahlreiche Hilfestellungen geben. So gibt es einen Katalog von Gelingensbedingungen für Kooperationen.

Im Qualitätsmanagementinstrument (QMI) „Kultur macht Schule" werden Qualitätsbereiche kultureller Kinder- und Jugendbildung in Kooperation mit Ganztagsschulen beschrieben.

Der jährlich stattfindende Wettbewerb MIXED UP zeichnet gelungene Beispiele der Zusammenarbeit aus. In einer handlichen Broschüre, die bei der BKJ bestellt werden kann, sind Argumente für „Mehr Kulturelle Bildung in der Schule!“ zusammengestellt.

Eine Toolbox stellt Materialien für eine kulturelle Schulentwicklung zur Verfügung. Kulturschulen stellen die künstlerisch-ästhetische Dimension in den Mittelpunkt ihres Schullebens: Im Unterricht genauso wie in Projekten, auf dem Schulhof und in der Vernetzung mit ihrem Sozialraum.

Mit dem „Qualitätstableau für kulturelle Schulentwicklung“ legt die BKJ eine Arbeitshilfe für die Entwicklung von Kulturschulen vor. Ziel ist es, von individuellen Prozessen des einzelnen Subjektes bis hin zu konzeptionellen Grundlagen und politischen Rahmenbedingungen die Vielschichtigkeit des Themas übersichtlich zu erfassen. Die Materialien stehen zum download bereit unter www.kultur-macht-schule.de.

Landkarte der Orte und Akteure

Orte Kultureller Bildung sind die genuinen kulturellen Bildungsinstitutionen wie Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen, Kinder- und Jugendtheater, Musikschulen, Theaterpädagogische Zentren, Tanzwerkstätten und -schulen, Kinder- und Jugendzirkusse, Medienwerkstätten, Kinder- und Jugendmuseen.

Aber auch in Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen finden Angebote Kultureller Bildung statt: in Theatern, Konzert- und Opernhäusern, Museen, Bibliotheken, Volkshochschulen, Bürger- und soziokulturellen Zentren, in Jugendeinrichtungen und natürlich in Schulen und Kindergärten.

Oft werden diese Angebote durchgeführt von überregionalen Akteuren wie Landesarbeitsgemeinschaften (LAGen), die es für alle Kunstsparten gibt, den Landesvereinigungen Kultureller Bildung (LKJs) oder auch bundesweit agierenden Fachorganisationen.

Zum Praxisfeld der Kulturellen Bildung gehören auch die einrichtungsunabhängigen Aktivitäten und Veranstaltungen: Musikvereine, Amateurtheater, Medienprojekte, internationale kulturelle Jugendbegegnungen, mobile kulturpädagogische Projekte, das Freiwillige Soziale Jahr Kultur (FSJ Kultur), Jugendtheaterfestivals, Kinder-Kino-Wochen, Jugendliteraturfestivals und auch kulturelle Wettbewerbe.

Kulturelle Bildung in der Schule hat eine lange Tradition. Zu nennen sind AutorInnenlesungen, Theateraufführungen, Lese-Projekte, Radio- und Medienwerkstätten etc.

Mit dem Ausbau der Ganztagsbildung und dem damit einhergehenden „Boom“ von Kultur und Schule sind neue Praxisformen entstanden, die sich sehr dynamisch entwickeln: Tanz in Schulen, „education-Projekte“ von Theatern und Orchestern, KünstlerInnen in Schulen bis hin zu Großvorhaben wie „Jedem Kind ein Instrument“.

Diese Entwicklungen bieten die große Chance, eine neue Teilhabegerechtigkeit in der Kulturellen Bildung zu schaffen, weil in der Schule auch die Kinder und Jugendlichen erreicht werden, die sonst vielleicht keinen Zugang hätten.

Es ist jedoch wichtig, dass Fachkräfte und LehrerInnen die Angebote und Möglichkeiten im Umfeld der Schule bzw. im jeweiligen Ort gut kennen, damit sie den SchülerInnen, die durch ein Schulprojekt eine Leidenschaft für Tanz, Kunst, Schreiben etc. entdecken, entsprechende Hinweise geben können.

Deshalb sind Kooperationen mit Partnern vor Ort sinnvoll, da die SchülerInnen die Fachkräfte/ KünstlerInnen oder die Kultureinrichtung dann bereits kennen. 

(erscheint im November im „didacta-Magazin“, Kulturelle Bildung ist der Schwerpunkt der Ausgabe)


[1] Vgl. Schorn, B.: Kulturpädagogische Prinzipien integrieren – Praktische Anregungen, in: KULTURELLE BILDUNG Heft 3 „Kulturelle Schulentwicklung“, Remscheid 2009

 

Quelle und weitere Informationen http://www.plus-punkt-kultur.de

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ), Küppelstein 34, D-42857 Remscheid

Tel.: +49-2191-794 390
Fax: +49-2191-794 389

BKJ-Projektbuero Berlin
PlusPunkt Kultur
Mühlendamm 3
10178 Berlin
fon 030. 24 78 11 11
fax 030. 24 78 11 13

Ansprechpartner PlusPunkt Kultur
Matthias Riesterer
Projektleitung
fon 030.32529629

plus-punkt-kultur@bkj.de

 

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