Gesellschaft Freunde der Künste

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Olivier Messiaen | Charles-Marie Widor | Gabriel Fauré

3. Philharmonisches Konzert im Kieler Schloss am 29. und 30.11.2009

Französische Glaubensfragen. Im Allgemeinen gilt Frankreich nicht als Land besonders tief verwurzelter Religiosität. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb finden sich unter den französischen Kompositionen, die Glaubensfragen thematisieren, immer wieder außergewöhnliche Kleinodien, die sich durch ihren ungewöhnlichen Stil auszeichnen oder altbekannte Gattungen in einem neuen Licht erscheinen lassen. Olivier Messiaens musikalisches Schaffen war in hohem Maße vom Katholizismus geprägt. Durch ihre Bildhaftigkeit und die Vermischung verschiedenster Ausdrucksmittel, von der Verwendung modaler Tonarten bis zur Imitation von Vogelrufen, wirkt seine Musik oft wie ein buntes Kirchenfenster-Mosaik, in dem sich heterogene Elemente dennoch zu einem stimmigen spirituellen Bild zusammenfügen.

Die dreiteilige sinfonische Meditation LES OFFRANDES OUBLIÉES (Die vergessenen Opfergaben) ist ein Jugendwerk Messiaens, offenbart aber bereits die für ihn so typische farbenreiche Sinnlichkeit der Harmonik, mit welcher der Komponist hier in schmerzvollen Streicherkantilenen das BILD DES GEKREUZIGTEN malt. DIE SÜNDE der Welt, die sich in einer musikalisch düsteren Höllenfahrt von Gott abgewandt hat, erfährt am Ende im ABENDMAHL ihre Erlösung durch eine expressive, beinahe endlos erscheinende Geigenmelodie, die an die unerschütterliche Liebe Jesu erinnert.
In ihrer rauschenden Klanggewalt weit irdischer präsentiert sich Charles-Marie Widors Orgelsinfonie g-Moll, die in dem reizvollen und äußerst abwechslungsreichen Dialog zwischen der „Königin der Instrumente“ und einem großen Sinfonieorchester hält, was ihr Name verspricht, während sich die meisten anderen Orgelsinfonien Widors als Werke für Orgel Solo erweisen. Als der Prinz von Wales 1882 den Komponisten und Organisten einlud, die Orgel der Londoner Royal Albert Hall zu spielen, orchestrierte dieser kurzerhand verschiedene Teile seiner berühmten „Orgel-Solo-Sinfonien“ und begeisterte das englische Publikum mit dieser ungewohnt mächtigen wie differenzierten Tonfülle.


Eine ebenso geniale wie zarte Ausnahmeerscheinung bildet dagegen das Requiem Gabriel Faurés, eine Kostbarkeit von französischer Eleganz, deren Raffinesse und Kraft der Aussage in bedeutungsvollen Details liegen. In seiner idyllischen Grundstimmung und seiner wirkungsvollen Schlichtheit scheint dieses Requiem dem Tod gelassen entgegenzusehen und setzt ganz bewusst einen Kontrast zu den dramatischen Höllenqualen, die etwa ein Verdisches DIES IRAE androht.

Olivier Messiaen (1908-1992) | LES OFFRANDES OUBLIÉES
(Sinfonische Meditationen)
Charles-Marie Widor (1844-1937) | Orgelsinfonie g-Moll, op. 42
Gabriel Fauré (1845-1924) | Requiem, op. 48


Solisten: Martin Schmeding, Orgel
Sen Acar, Sopran
Tomohiro Takada, Bariton
Philharmonischer Chor
Dirigent:


<//a>Georg Fritzsch

Wo: Schloss Kiel Info:www.theater-kiel.de am 29. um 11 Uhr und 30. November 2009 um 20 Uhr

Konzertkasse im Schloss
1 Stunde vor Konzertbeginn
Tel (0431) 99 07 142

 

Thomas Richter (Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Theater Kiel
24103 Kiel

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