15 Premieren, darunter zwei beauftragte Uraufführungen, eine deutschsprachige Erstaufführung, zwei Kooperationen und eine Koproduktion sowie sechs Wiederaufnahmen wird das Schauspiel am Theater Bonn in der Spielzeit 2010/2011 zeigen. Darüber hinaus ist eine Performance-Reihe durch die Stadt und eine Autorenlesung mit Martin Walser geplant. Generalintendant Klaus Weise und Chefdramaturgin Stephanie Gräve stellten jetzt das neue Programm vor.
Drei Klassiker stehen zur Eröffnung auf dem Programm: Mit "Antigone" von Sophokles startet die Spielzeit am 17. September in der Halle Beuel, Regie führt Jan Stephan Schmieding, der mit "heaven (zu tristan)" seine erste Arbeit in Bonn zeigte.
Der Antigone wird eine andere große Figur der Literatur entgegengesetzt, die - wie sie - ihrem eigenen Rechtsempfinden mehr verpflichtet ist als dem der Gesellschaft: "Prinz Friedrich von Homburg".
Kleists Drama wird in der Inszenierung von Stefan Heiseke in den Kammerspielen Premiere haben. Der Klassiker-Reigen schließt sich in der Werkstatt mit Lessings "Nathan der Weise"; inszenieren wird die junge Regisseurin Franziska Marie Gramms.
Mit "Hedda Gabler" kann eine Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg verwirklicht werden, Ibsens Drama in der Inszenierung des Generalintendanten Klaus Weise kommt am 13. November in den Kammerspielen zur Bonner Premiere.
Als Familienstück präsentiert Theater Bonn Erich Kästners "Pünktchen und Anton" in den Kammerspielen, es inszeniert Frank Heuel, zu dessen Arbeiten am Haus unter anderem "Das Treibhaus" und "Zwei Welten" gehört.
Auch kommende Spielzeit vergibt Theater Bonn wieder Auftragswerke: unter dem Arbeitstitel "Lasst Euch überraschen!" wird Sibylle Berg nach den "Goldenen letzten Jahren" ein Weihnachtsstück für Bonn schreiben. Auch der Bonner Autor Lothar Kittstein, gerade mit "Haus des Friedens" auf der Werkstattbühne vertreten, wird ein neues Stück entwickeln.
In der Halle Beuel bringt Klaus Weise "Das Ende des Regens" des australischen Autors Andrew Bovell zur deutschsprachigen Erstaufführung. Er übernimmt auch die Regie zu Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald", das zeitlich versetzt im gleichen Raum Premiere feiern wird.
Im neuen Jahr zeigt Theater Bonn in den Kammerspielen "Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller, Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" in einer Inszenierung von Johannes Lepper, und "Lulu" von Frank Wedekind. Hier führt Markus Dietz Regie, der vergangene Saison "Die Entführung aus dem Serail" erarbeitete.
Mit "Gardenia" von Alain Platel und Frank van Laecke und "Ode to the man who neels" von Richard Maxwell lädt Theater Bonn ein weiteres Mal internationales Theater ein. "Gardenia" ist eine Produktion mit "Les ballets C de la B" und zeigt eine Produktion, die mit schauspielerischen und tänzerischen Mitteln erzählt wird.
Für "Ode to the man who neels" entwickelte Richard Maxwell eine Geschichte zwischen Western und griechischer Tragödie mit starken Bildern und viel Musik. Zuletzt war Maxwells "Das Mädchen" in Bonn zu sehen, dass auch auf Kampnagel in Hamburg gastierte.
Das mittlerweile an vielen Bühnen gespielte "Eine Familie" von Tracy Letts bildet den Abschluss der Saison und kommt in der Werkstatt in einer Inszenierung von Ingo Berk zur Premiere, dessen "Katze auf dem heißen Blechdach" zurzeit erfolgreich in der Kammer läuft.
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Friedel Frechen

