„Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien, wir haben Mägdelein mit feurig-wildem Wesien. Wir sind zwar keine Menschenfresser, doch wir küssen umso besser ... mein lieber Freund, die alten Zeiten sind vorbei, ob man da lacht, ob man da weint, die Welt geht weiter, eins, zwei, drei ..."
Am Elften Elften 1948 stellt der gelernte Bäcker Wilhelm Berbuer, bereits bekannt durch jecke Hits wie „Heidewitzka, Herr Kapitän", das Trizonesien-Lied im Rundfunk vor.
Bald schmettert man den Song in ganz Deutschland, und beim ersten internationalen Radrennen in Köln erklingt bei einer Siegerehrung nach den Hymnen Belgiens und der Schweiz das Trizonesien-Lied als deutsche Ersatz-Nationalhymne.
In der Fortführung der thematischen Leitlinie des Spielplanes für 2009/2010 landen wir in den 40er Jahren, mit dem Opernballmotto des Jahres 2010 sogar bereits in der Nachkriegszeit. Nicht ein lapidarer Karnevalsschlager, sondern ein - bei genauem Hinhören - ziemlich selbstbewusster Text stellt den Übertitel für die Ballnacht: die Verballhornung des im „Dritten Reich" zur Religion erhobenen „Deutschen Wesens" zum „Wesien", das ist alles andere als Nazi-Ideologie. Es ist der in Selbstironie verpackte Wunsch, die nationale Isolation zu überwinden.
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Samstag 23.01.2010, 20:00, Großes Haus
Philipp Peters, Pressereferent
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