Eines muß ich mal loswerden. Ich habe 1300 "Freunde" bei Facebook, und habe in den vergangenen 10 Jahren, weder auf meiner Seite, noch bei den "Freunden" jemals einen Hasskommentar gelesen. Ok: Es hat mal einer geschrieben, der alte weiße Mann soll aufhören zu schreiben. Nun gut, damit kann ich Leben. Aber das Unternehmen und Konzerne sich nun als Wächer aufspielen, geht mir zu weit.
Die Streamingplattform Twitch hat den Account des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump vorübergehend gesperrt. Grund dafür sind Hassinhalte und der Verstoß gegen die Community-Richtlinien der Plattform, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf eine Twitch-Sprecherin berichteten.
Twitch, gehört zum Amazon-Konzern. Das Jeff Bezos und Donald Trump keine Freunde sind, ist ja auch bekannt.
Die Plattform Reddit sperrte die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe "The_Donald", die laut "New York Times" zuletzt knapp 800.000 Mitglieder hatte. "Gefährliche Individuen" oder Organisationen werden nun auch bei Facebook gesperrt.
Werbeboykott gegen Facebook
Facebook ergreift unter dem Druck des Werbeboykotts erste Maßnahmen, um Hass und Hetze auf seiner Plattform den Riegel vorzuschieben. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden rund 320 Konten, mehr als 100 Gruppen und 28 Seiten des rechtsextremen und regierungsfeindlichen "Boogaloo"-Netzwerks aus den USA gesperrt.
Die Bewegung bemühe sich aktiv darum, Gewalt gegen Zivilpersonen, Sicherheitskräfte, Beamte und Regierungsinstitutionen anzustacheln.
In seiner Erklärung betonte Facebook, dass man gewaltverherrlichende Inhalte der Bewegung seit Monaten entferne. Nun aber gehe man noch einen Schritt weiter. Davon ist nicht nur das Boogaloo-Netzwerk betroffen.
Daneben wurden auch noch 400 weitere Gruppen und über 100 Seiten gesperrt, die gemäß Facebooks Richtlinien als gefährliche Individuen oder Organisationen einzustufen sind.
Für die freie Meinungsäußerung
Facebook wehrt sich: "Wir investieren jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar in Mitarbeiter und Technologien, um unsere Plattform sicherer zu machen, schrieb der Chef der globalen Unternehmenskommunikation von Facebook, Nick Clegg.
"Wir haben die Zahl der Menschen, die für die Sicherheit unserer Plattformen zuständig sind, verdreifacht auf mittlerweile mehr als 35.000 Personen", berichtet Clegg.
Wenn Inhalte weder als Hassrede eingestuft würden noch gegen andere Richtlinien wie zum Beispiel Wahlbeeinflussung verstießen, entscheide man sich im Zweifel für die freie Meinungsäußerung."
Nick Clegg nimmt in seinem Gastbeitrag, der in Deutschland in der FAZ erschienen ist, das Netzwerk in Schutz. In den täglich mehr als 100 Milliarden Nachrichten und Interaktionen sei nur ein "winziger Bruchteil" hasserfüllt.
"Bei so vielen Inhalten, die jeden Tag veröffentlicht werden, ist das Entfernen von Hassrede wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen", schreibt der Ex-Politiker.
"Wenn wir Hassrede auf Facebook und Instagram finden, verfolgen wir einen Null-Toleranz-Ansatz und entfernen sie." Mittlerweile haben sich über 300 Unternehmen dem Werbeboykott gegenüber dem sozialen Netzwerk angeschlossen. Dazu muß man Wissen, Facebook hat über sieben Millionen Kunden.
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Mark Zuckerberg entscheide sich im Zweifel für die freie Meinungsäußerung. Foto YouTube

