Wenn Ärzte nach dem Organspendeskandal mit anschließend dramatischem Rückgang von Organspenden nunmehr für größeres Vertrauen in die Organisation der Transplantationsmedizin eintreten und ich mich jetzt gegenüber meiner Versicherung erklären soll, ob ich den beigefügten Organspendeausweis ausfülle- oder es lasse, möchte ich wissen, warum diese Ärzte nicht mehr Vertrauen , Transparenz und Ehrlichkeit an den Tag legen.
Haben diese Ärzte selbst einen Organspende-Ausweis und wenn -würden sie diesen in einer Anzeige veröffentlichen , um Vertrauen bei den "human ressources" zu gewinnen? Haben Ärzte und Krankenschwestern, die selbst in der Transplantationsindustrie arbeiten, also selbst einen Organspendeausweis ? Und wie hoch ist deren prozentualer Anteil im Vergleich zu nicht in der Transplantationsmedizin Tätigen im sonstigen medizinischen Bereich und auch zur Bevölkerung, die nicht in dieser Industrie arbeiten und um deren Umstände wissen.
Wie steht die Kirche zum Töten eines Hirntoten?
Wir lesen nichts darüber.
Der biologische Tod ist sicher nicht eingetreten beim Hirntod, sonst gäbe es nicht so bekannte Fälle wie die Geburt eines Kindes einer schon seit Monaten für "hirntot" erklärten Schwangeren oder die Behauptungen, dass "Hirntote" noch Stunden lang hören, was in ihrer Umgebung geschieht?!
Wann ist der Mensch wirklich gestorben?
Das weiss niemand so genau!
Verlässt die Seele den Körper mit Feststellung des Hirntodes oder erst nach 8-10 Stunden einen Körper? Ist der Mensch für uns erst gestorben , wenn seine Seele den Körper verlassen hat?
Töten Ärzte einen Menschen , um ein Organ zu bekommen, mit dem man einerseits anderes Leben retten kann, andererseits gut Geld machen kann ?
Tötet man eine Sterbekultur , die es mal gab, im Namen der Fortschrittsmedizin weiter ab und verlässt den Pfad des Humanismus? Vom "homo sapiens" zum "homo oeconomicus" (jetzt weiß ich endlich, was damit gemeint ist)!
Würdevolles Sterben heisst für mich jedenfalls, nicht dem gerade am "Hirntod" festgemachten Tod dem Menschen die Organe zu entnehmen, auch wenn dadurch anderes Leben gerettet werden kann.
Der Hirntote hat Anspruch auf ein würdevolles biologisches und (!) seelisches Sterben. Er kann nichts dafür , dass auf der anderen Seite des Globus ein anderer sterben muss, weil vielleicht das Schicksal dieses so gewollt hat?!
Wir werden geboren um zu sterben. Dank der Medizin haben wir grosse Chancen uralt zu werden, aber um den Preis anderen die Würde zu nehmen, um selbst weiter zu leben?
Wie gehe ich selbst damit um, wenn ich ein Organ benötigen würde?
In dieses Situation kann ich mich nicht herein denken. Was ich aber für mich beantworten kann ist die Tatsache, dass ich von einem Menschen, der nicht würdevoll gestorben ist - kein Organ möchte.
Wo ist die Seele dieses Menschen ? Sie ist dann in meinem Körper oder fliegt sie derweil durch den Orbit. Was sagen die irdischen Interessenvertretungen der Seelen dazu? ( christliche Kirchen, jüdische, moslemische Glaubensrichtungen oder buddistische und hinduistische)
Fazit:
Die Politik - Gesellschaft (Kirchen und Religionsgemeinschaften) sollten sich endlich mit der Frage auseinandersetzen wann ein Mensch tot ist und was würdevolles Sterben bedeutet, denn die Würde des Menschen endet nicht mit der Feststellung des Hirntodes.
Eva Horstick-Schmitt
Dipl.-Fotodesignerin
Eva Horstick-Schmitt: Ausschnitt / Vita
" zurück ins Leben"
2012 Cancer - Soest Klink Paradiese
AAART Foundation Österreich "What a wonderful world"
2011 "Unretuschiert" Familien im Revier 1999- 2010
2010 Ausstellung gegen Brustkrebs - cancer positiv - Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Hoesch Museum Missing Steel
2008/9/10 Eva jenseits von Eden / Ausstellungen gegen häusliche Gewalt und Zwangsprostitution u.a. in der Galerie Camera Obscura, Deutsches Haus NYC ( 2009 ), Torhaus Rombergpark, Museum Hattingen
2008 NYC Jüdisches Center von Manhatten mit WAR "woman artist rock" gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution
2006 Frauenmuseum Bonn, Kunstverein Dortmund, Essen CAR, Art Fair Köln
2005-2012 mehr als 130 Ausstellungen mit TDF in DE, Schweiz, Österreich gegen Zwangsprostitution "ohne Glanz und Glamour"
2002 Aufenthalte im Kosovo - Film und Reportageprojekte
Nationale und internationale Ausstellungen u. a. im Bereich non profit.


Bild 1: "Eva - jenseits von Eden" (c) EHS
Bild 2: Eva Horstick-Schmitt (c) EHS