Gesellschaft Freunde der Künste
Monet und der Mops

Monet - die Ikone der europäischen Ausstellungskunst

Der Besuch der Ausstellung "Monet" in der Fondation Beyeler - ohnehin eine Ikone der europäischen Ausstellungskunst - anlässlich ihres 20jährigen Bestehens gerät zur Sensation, nicht nur wegen meiner netten Begleitung, dem Reisemops und Kunstkennerin Adele.

Zunächst ist natürlich die Werkschau eines Künstlers, der der europäischen Kunstentwicklung so viel gegeben hat und massgebende Impulse gesetzt hat, bemerkenswert. Seine Werke werden für eine relativ lange Schaffensperiode - von der Zeit des Impressionismus bis hin zu seinem Spätwerk  vorgezeigt. Ob für diese Zeitspanne die meisten beachtenswerten Werke dargeboten werden oder nur jene die "erreichbar" waren, entzieht sich der Kenntnis des Besuchers. Jedenfalls ist der Ausstellung eine gewisse "Stromlinienförmlichkeit" zu eigen, die sensationelle Höhepunkte vermissen lässt. "Alles ist Monet, wie man ihn kennt" möchte man sagen.

Morgenstimmung bei Monet

Nicht, dass man dabei das Adjektiv "flach" nutzen sollte, aber eine gewisse Gleichförmingkeit der Themen, der Sicht - und Malweise ohnehin, ist unverkennbar und nicht zu leugnen. Einzig sicherlich seine zwei Bilder "Morgenstimmung an der Seine" treiben das Spiel des Künstlers von Licht und Schatten mit den den Bildern eigenen Spiegelungen einem Höhepunkt zu. Eine geradezu "überirdische Leichtigkeit" ist diesen beiden Bildern zu eigen und verschafft den Werken Ausnahmecharakter

Aber der Besuch wird zum sensationellen Ereignis durch einen Umstand, den die Veranstalter möglicherweise so nicht vorgesehen haben, der sich einfach ergibt. Die Ausstellung Monet nimmt  nur einen gewissen Teil der gesamten Ausstellungsfläche der Fondation Beyeler ein. In den - weiteren - Teilen werden die Werke der ständigen Ausstellung der Fondation gezeigt. Sie entstammen durchweg der Arbeit jüngerer Künstler. Und die Sensation eines Besuchs ergibt sich aus der  Korrelation von "Monet und den Anderen". Es ist geradezu unglaublich, welche Spannungen der Besucher erlebt durch die Sicht auf den Älteren einerseits und auf die Jüngeren andererseits.

Kunstikone Monet in Basel

Dabei mag den Leser dieser Zeilen nicht erstaunen, wenn Rothko, Calder und den vielen anderen Künstlern in der Fondation eine geradezu höhere Aussagekraft, Tiefe und Wertigkeit zu bescheinigen ist. Der Grund für diese Beurteilung mag nur zum Teil darin zu suchen sein, dass diese Künstler dem Kunstgefühl des Menschen von heute einfach näher sind. Aber das ist nur ein Teilaspekt. Es geht um die Korrelation des einen mit dem anderen. Sie gebiehrt beim Besucher ein kreatives Potential, das, ja das eben die Sensation darstellt.

Herwig Nowak