Die Fotografin Clara Bahlsen aus Berlin erhält den 10. Aenne-Biermann-Preises für deutsche Gegenwartsfotografie. Ihre Arbeit »Töchter« beschäftigt sich mit der Frage nach Herkunft und Familie und deren individuellen Stellenwert für Biografie und Identität.
Lieber Gottfried,
kann man einen Preis gewinnen, wenn man sich eventuell bei anderen Fotografen umschaut und abschaut?
Seit etlichen Jahren fotografiere ich u.a. Töchter des Reviers, Töchter des Münsterlandes und so weiter. Die Frage nach Herkunft und Identität ist dabei meine Intention bei all meinen Arbeiten mit den Töchtern.
Dabei habe ich Frauen portraitiert zwischen 13- 18 Jahren und diese auch zum Teil interviewt.
Ich wundere mich sehr, diese meine Töchteridee zu sehen als Wettbewerbsgewinn. 1 . Preis.
Ich habe es leider nicht geschafft mich mit meiner Serie Töchter...dort zu bewerben, weil ich im Ausland unterwegs war und es einfach zeitlich nicht schaffte.
Da ich aber nachweislich diese Töchter- Arbeiten zum Teil auf meiner Webside habe und auch damit öffentlich , frage ich mich wie es kann, dass eine Fotografin mit derselben Idee um die Ecke kommt.
Als Künstlerin/Fotografin agiere ich auch mit meinen Arbeiten und bin aktiv.
Ist das alles Zufall? Hatte die Dame eben nur Jahre später dieselbe Idee ?
Ich gratuliere natürlich der Gewinnerin, aber ist es ihre Idee-, denn ich war vorher schon damit am Markt und lasse ungern das im Raum stehen. Verständlich oder?
Sie gewann mit "Töchter" den Aenne Biermann Preis 2013 mit Fotografien aus 2012.
Wie gesagt, ich gönne es jedem von Herzen.
Nur leider beschleicht mich so ein blödes Gefühl bei der Serie , die ich mit viel Herzblut auf eigene Kosten durchgeführt habe und weiter führe, dass mal wieder alles umsonst war.
Du weisst ja sicher was ich meine... das Kunstgeschäft ist schon hart genug und die non Profit Arbeit damit kostet Zeit, Engagement und Geld.
Projekt Töchter von Eva Horstick-Schmitt
Im Zentrum der persönlichen Begegnungen stehen die konkreten Zukunftsvisionen und individuellen “Zukunftsterzählungen” junger deutscher Bürgerinnen. Die protokolierten individuellen Zukunftserzählungen spiegeln voraussichtlich ähnliche, gleiche und unterschiedliche Ängste und Hoffnungen, Erwartungen und Vorstellungen. Die Interviews werden zugleich durch die persönliche Nähe der Interviewgespräche die jeweiligen unterschiedlichen sozialen Persönlichkeitsprägungen der Zukunftsbilder eindrucksvoll zeigen.
Neben der konkreten Bebilderung ist es die authentische persönliche Unmittelbarkeit, die die Zukunfsterzählungen der jungen Menschen ebenso spannend wie fazinierend macht. In der Zusammenschau der erkundeten Zukunftsvisionen ergibt sich sowas wie eine cognitive erste Stadtkarte für der im Stadtraum gleichzeitig vorhandenen Meinungen und Visionen, sowie derer auf dem Land. Es geht nicht um eine statistische Erhebung.
Vielmehr sollen durch eine Recherche die Zukunfstvisionen mit den authentischen Persönlichkeitsbildern eng verbunden werden. Das moderne Medium der zozialdokumentarischen Fotografie leitet hier einen herausragenden Beitrag. In der Realisierung dieser Bildprotokolle und Interviews ensteht ein gemeinsames Sozialbild der Zukunftsvisionen dieser Generation. Dieses neue und aktuelle “Fotojournalistische Format” präsentiert Herkunft und Identität auf besondere Weise und macht die” Töchter “zu einem Sprachrohr ihrer Generation.
Dr. M. Pape 2011
Beste Grüsse
Eva Horstick-Schmitt
Künstlerin - Artist
Art@Live.de


Die Töchter des Münsterlandes 2011/2012. 20 junge Frauen interviewt und porträtiert Herkunft und Identität von jungen Frauen auf dem Land und in der Stadt „Töchter“ ist ein Langzeitprojekt von (c) Eva Horstick-Schmitt
Aus der Serie Töchter 1996 © Eva Horstick-Schmitt
Rebecca 2011 Serie Töchter Eva Horstick-Schmitt, Fotografin
Eva Horstick-Schmitt