Nachbesprechung der EUNIQUE 2016: Es ist war wieder soweit. Die internationale Trend - und Verkaufsplattform EUNIQUE in Karlsruhe hatte ihre Tore geöffnet. Karlsruhe hat vom 3. bis 5. Juni 2016 die Liebhaber von fein gearbeiteten Schmuck, individuell geschneiderter Mode und liebevoll gestalteter Möbel sowie Wohnaccessoires aus aller Welt eingeladen.
Die einzige international jurierte Messe Europas im Unikat- und Kleinserienbereich wollte Aussteller und Publikum gleichermassen von ihrer Leistung überzeugen. Die Internationale Messe für Angewandte Kunst und Design will Kunstgenuss auf allerhöchstem Niveau in der Präsentation von edlem Design setzen.
Im Handel nicht erhältliche Produkte
Über 300 Aussteller präsentierten auch 2016 ihre Produkte. Die EUNIQUE ist nicht nur ein Magnet für designbegeisterte Privat-Besucher, sondern vor allem auch ein wichtiger Handelsplatz für Fachbesucher.
Der Redaktionsleiter von freundederkuenste.de, Gottfried Böhmer, hat mich gebeten, die Eunique zu besuchen, weil er der Meinung war, dass die Messe in Karlsruhe aufgrund ihrer Einmaligkeit mehr mediale Beachtung finden sollte. Also habe ich mich auf den Weg von Köln nach Karlsruhe gemacht.
Für die Freunde der Künste berichte ich schon seit einigen Jahren von der art Karlsruhe, der art Cologne, der art Bruxelles, der art Dubai und weiteren nationalen und internationalen Veranstaltungen. Ich war also sehr gespannt, was mich in Karlsruhe erwarten würde, auch weil Gottfried Böhmer die Messe mehrfach gelobt hatte. Vielleicht waren meine Erwartungen daher etwas zu hoch als ich mich am letzten Tag der Messe, einem Sonntag, voller Vorfreude in das Ereignis stürzte.
Die EUNIQUE in Karlsruhe eine Messe mit Potenzial nach oben
Eigentlich sind es zwei Ausstellungen, mit denen die Messse Karlsruhe in diesem Frühsommer zu punkten suchte. Denn vom 3. bis 5. Juni 2016 fand auf ihrem Messegelände zum einen die " Eunique-Ausstellung für angewandte Kunst und Design" und zum anderen die "Loft-das Design Kaufhaus"statt.
Der Unterschied beider Veranstaltungen ist nicht gross, dennoch bemerkenswert. Denn während erstere Designkünstlern eine Plattform bietet, noch nicht in Serie gefertigte Objekte auszustellen und den Kunden zum Kauf anzubieten, sind Gegenstand der "Loft" Erzeugnisse, die bereits in Serie - und wenn auch nur in kleiner - produziert werden.
Aber beide Veranstaltungen wenden sich an den Endverbraucher, sind als "Verbrauchermessen" mit allen Kriterien, die für diese Art von Veranstaltungen bestimmend sind. Es wird also ein volksnaher Ton angeschlagen.
Auch die Messebesucher selbst schienen an dem Sonntag, an dem ich die Messe besuchte eher darauf aus, eine sonntägliche Freizeibeschäftigung zu suchen als innovativer Messeprodukte. Vielleicht lag es aber auch nur am Wetter.
Noch kein Trendsetter, aber das kann ja noch werden
Man kann die "Eunique"- und für die "Loft" gilt entsprechendes ohnehin - noch nicht als Trendsetter ansehen. Von ihr gehen eben noch keine neuen Signale aus, was sich ja ändern ließe. Wenn in den 60er Jahren der nordischen Möbelwelle der Durchbruch nicht zuletzt über Messen gelang, so kann man von Karlsruhe eine vergleichbare Entwicklung noch nicht erkennen.
Man könnte zum Beispiel zu der Messe eine Ausstellung über die Bauhaus-Pioniere zeigen. Das würde zusätzliche Besucher anziehen.
Kein Zweifel an der außergewöhnlichen Qualität
Dem Verbraucher werden Kleider, viele Kleider angeboten, daneben Kleinmöbel, Ledertaschen, und natürlich Schmuck, jede Menge Schmuck. Alles handwerklich bestens gefertigt, aber eben doch konventionell, d.h.bereits vorhandene Trends werden fortgeschrieben, eventuell etwas neu definiert. An der außergewöhnlichen Qualität, der auf der EUNIQUE präsentierten Produkte, gab es keinen Zweifel.
Kann aber auch sein, dass ich etwas voreingenommen war, da Kleider, Schmuck und Ledertaschen nicht so mein Thema sind. Hier hätte Herr Böhmer besser eine Korrespondentin nach Karlsruhe geschickt. So war der Trend zu naturnahen Produkten aus fairem Handel auch hier zu verspüren. Aber wirklich Neues war mit der Stecknadel zu suchen. Einzig im Bereich der Beleuchtung, Porzellan und Keramik ist Mut zu verspüren, der für etwas" peppige" Produkte sorgte.
Uhren von Schäuble & Söhne
Fündig geworden bin ich am Stand der Karlsruher Uhrenmanufaktur „Schäuble & Söhne“. Das Karlsruher Unternehmen, welches hier seit 1924 beheimatet ist, zeigte seine neuesten Uhren Kollektionen. Und die haben mich begeistert. Die zeitlosen, mechanischen Armbanduhren liegen voll im Trend und haben alle charakteristischen Merkmale traditioneller Handwerksarbeit zu bieten. Made in Karlsruhe.
ZEIT-KUNST-WERKE auf der Eunique
„Wir machen Uhren, die so individuell sind wie ihre Träger“, ist das Credo der beiden Inhaber. Jedes Modell wird von Gunther Schäuble selbst entwickelt. Federführend für das Produktdesign ist Marc Junghans, ein direkter Nachkomme des Begründers der Junghans Uhrenmanufaktur. Auch die Preise für diese hervorragenden ZEIT-KUNST-WERKE haben mir gefallen.
So ist eine Schäuble & Söhne schon ab 1200 Euro, in der oberen Preisklasse bei ca. 3000 Euro zu erwerben. Sicherlich werden nun einige sagen, typisch Mann, bei Mode und Schmuck kann er sich nicht begeistern, bei Uhren gehen die Augen auf.
Der Hoos London Gin von Heiko Hoos
Überrascht war ich auf dieser Messe eine Gin-Manufaktur anzutreffen, was mir äußerst gut gefallen hat. Die Idee stammt von Heiko Hoos, der in Handarbeit einen eigenen Gin kreiert, den Hoos London Gin. Trocken und aromatisch mit ausgeprägten Aromen und Düften kommt sein Gin daher. Pro Brennvorgang werden nicht mehr als 120 Flaschen produziert. Eine tolle Idee, und hier haben die Karlsruher ja schon gezeigt, dass man neue Branchen auf dieser Messe präsentieren kann. Es muß einfach nur einmalig sein.
Die beteiligten Branchen sollten erhöht werden
Die" Eunique" ruft nach einem Upgrading, das möglicherweise schon beim Namen beginnen sollte. Das hätte die zugrundeliegende Idee verdient und das wäre man ihr auch schuldig. Wie könnte das aussehen? Zunächst gilt zu überlegen, ob die Anzahl der derzeit beteiligten Branchen nicht erhöht werden sollte.
Eine Ausweitung des" Marktes "dieser Messe sollte angestrebt werden
Die derzeit auf der Messe vertretenen Branchen bringen kein ausreichendes Innovationspotential. Kleinmöbel bleiben einfach Kleinmöbel. Hinsichtlich neuer innovativer Branchen könnte man an die IT-Branche oder auch an die nach wie vor innovative Automobilbranche denken. Hier könnten die Autobauer Designstudien der Zukunft zeigen.
Karlsruhe gilt als Denkfabrik mit Lebensart
Auch sollte man die Immobilien-Entwickler und Architekten nicht vergessen, die sich mit neuen kreativen Ideen vorstellen könnten. Die Überlegungen ließen sich fortsetzen, aber eines ist sicher, man würde neue Zielgruppen und Besucher für diese Messe gewinnen.
Gottfried Böhmer hatte ja geschrieben, Karlsruhe sei auch Kulturmetropole, Technologieregion und Wissenschaftszentrum mit einer hohen Lebensqualität und gilt unter Kennern als „Denkfabrik mit Lebensart“. Das sollte man auch umsetzen.
Natürlich wird Karlsruhe insoweit nie die Hannovermesse ablösen und die internationale Automobilausstellung auch nicht. Und als Innovationsmesse der Automobilindustrie ist Karlsruhe auch schwer vorstellbar. Aber dennoch sollten solche Gedanken als Richtungsparameter erlaubt sein.
Auch mußte ich feststellen das ein einziger Tag nicht ausreicht, um sich alles anzuschauen und mit den Ausstellern und dem Publikum umfangreich zu kommunizieren. Das kann ja noch werden. Mit der art KARLSRUHE, EUNIQUE und LOFT ist Karlsruhe auf dem richtigen Weg. Die nächste Eunique findet vom 19. bis 21. Mai 2017 statt.
Den EUNIQUE-Award 2016 erhielt die Porzellankünstlerin Claudia Biehne
Die vierköpfige Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Gestalterisch und über die Jahre hinweg hat Claudia Biehne ihre eigenständige Formensprache gefunden und stetig weiterentwickelt. Sie arbeitet mit organischen und vegetabilen Formen, konkret verwendet sie Pflanzen und textile Materialien als gestalterische Elemente. Das Schaffensergebnis zeigt eine intensive Erforschung und Auslotung der Grenzen des Materials Porzellan.“
Herwig Nowak
Erläuterung zum Thema Design:
Design, zu Deutsch, Gestaltung, Entwurf und Formgebung ist zeitgeschichtlich eine recht neue Disziplin, die erst mit der Industrialisierung zu seiner bis heute anhaltenden Blüte fand. Heute wird alles designt und ohne Design geht nichts mehr. Oftmals kann man buchstäblich von Kunstwerken sprechen, wenn man sich die Produkte, Konzepte und Objekte anschaut, die heutzutage unser Leben schöner machen.
Dabei orientiert sich Design immer am Menschen, also an der Zweckorientierung, das ist der kleine Unterschied von Design und Kunst. Design ist aber nicht nur die reine Formgebung von Objekten zum Zweck der Verschönerung wie man auf der EUNIQUE sehen sollte.
Weitere Nachrichten und Artikel über Mode, Fashion-Shows, Top-Events und Geschichten, die das Leben schöner machen finden sie in der Rubrik: LEBENSART - Stil und Lifestyle
Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung
Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft


Es werden Kleider, viele Kleider angeboten kritisiert Herwig Nowak der für die Freunde der Künste die EUNIQUE 2016 besuchte.
Es wurden auch neue Trends gezeigt.
Die EUNIQUE und LOFT 2016 gingen mit einem Besucher-Rekord zu Ende, rund 15.000 Gäste besuchten die Messe.
ZEIT-KUNST-WERKE auf der Eunique präsentierte die Karlsruher Uhrenmanufaktur „Schäuble & Söhne“.
An der außergewöhnlichen Qualität, der auf der EUNIQUE präsentierten Produkte, gab es keinen Zweifel.
Im Bereich der Beleuchtung, Porzellan und Keramik war Mut zu verspüren, Phantasievolle Lüster der Glaskünstlerin Rike Scholle.
Gefäße für exquisite Speisen zeigte der Glasbläser Michael Schwarzmüller.
Der Hoos London Gin von Heiko Hoos. Pro Brennvorgang werden nicht mehr als 120 Flaschen produziert.