Gesellschaft Freunde der Künste
hightlight des Kunstmarkts

Der Kunstmarkt boomt auf der Art Basel

Nach Basel zu reisen, kann vielerlei Gründe haben. In diesen Tagen nach Basel zu reisen, kann einzig und allein der Kunst gelten, besser gesagt, der art basel, die die Stadt für vier Tage (15.-18. Juni 2017) für sich vereinnahmt. Mit gutem Grund, denn diese Messe findet in der Kunstregion Rheinschiene und darüber hinaus, bezogen auf die Kunst des 20. Jahrhunderts und die Gegenwartskunst, nicht ihresgleichen. Ob es die schiere Grösse, die Internationalität ihrer Aussteller und ihrer Besucher angeht oder das Konzept der Messe betrifft: alles verdient eine positive Bewertung.

Auf der Art Basel 2017 sind 291 Galerien vertreten, die in 35 Ländern beheimatet sind. An ihnen orieniert sich die Internationalität der Besucher, die insoweit  den Eindruck eines hochinteressierten, gehobenen Bildungsbürgertums mit gutem finanziellen Hintergrund verbreiten.

Die grosse Anzahl der Besucher am Eröffnungstag der Art Basel ist mit einem wohldurchdachten Messekonzept konfrontiert. Seine Haupfpfeiler sind-naturgemäss- die Sektoren "Galeries" und "Unlimited". Von den weiteren Sektoren sollen hier erwähnt werden: Feature, Statements, Conversations und vor allem Parcours mit Skulpturen auf dem Baseler Münsterplatz. Hier wird die Messe zum städtischen Ereignis. Das Hauptinteresse der Besucher finden indessen die beiden erstgenannten Sektoren: "Unlimited" und "Galeries". Wenn der Sektor "Unlimited" ursprünglich geschaffen wurde, um extrem grossformatige  Kunst zu zeigen, die auf einem normalen Messestand keinen Platz findet, so gelingt jetzt sicherlich auch eine Trennung der Besucher: "Unlimited" befriedigt das Sehpublikum und "Galleries" ist eher auf das Kaufpublikum bezogen.

Im Mittelpunkt steht die Kunst

Die Werke von Künstlern wie Jean-Michel Basquiat, Richard Prince und Philipp Guston weckten dieses Jahr die Begehrlichkeiten von Kunstsammlern. Jean-Michel Basquiats Graffiti-Kunst ist seit Anfang diesen Jahres als eines seiner Werke "Untitled" für 110,5 Millionen US-Dollar über den Tisch ging, angesagter denn je. Auf der Art Basel steht jetzt sein Kunstwerk "Three Delegates" für 18 Millionen Dollar zum Verkauf.

Kunst im Wert von 3,4 Milliarden präsent

So sind auch die Werke des amerikanischen Künstlers Philip Guston sehr gefragt. Die Galerie Hauser & Wirth konnte bereits am ersten Messetag der Art Basel eines seiner Kunstwerke "Sacred Stiff" für 15 Millionen US-Dollar verkaufen. Laut Versicherer Axa ist auf der Art Basel 2017 Kunst im Wert von 3,4 Milliarden Franken präsent.

Internationalität auf der Art Basel

Auf der Art Basel springt als erstes Merkmal ihre unübertreffliche Internationalität in´s Auge, gefolgt von der grossen Vielgestaltigkeit  künstlerischer Darstellungen und Äusserungen. Neben den bekannten Ausdrucksformen fällt eine Tendenz auf, die den Tanz oder andere körperliche Ausdrucksformen in eine bildliche Darstellung, eingeschlossen die Sprache, einbezieht und insoweit so etwas wie ein neues Gesamtkunstwerk entstehen lässt, das verschiedene künstlerische Disziplinen in sich vereint.

Herwig Nowak