Gesellschaft Freunde der Künste
Altersdiskriminierung bei Tinder?

Was ich nicht weiß, bringt mich auch nicht auf die Palme

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, macht sich ein paar Gedanken, wer hier diskriminiert wird.

Lieber Herr Böhmer,

ist das gerecht, wenn Ältere auf Tinder mehr zahlen müssen als Jüngere?

Von Altersdiskriminierung ist sogar die Rede. Dabei ist dieses Spiel mit Angebot und Nachfrage doch überall im Internet mittlerweile gang und gäbe. Das Phänomen des Dynamic Pricing ist nicht neu.

Den einen Preis für alle gibt’s nur noch als Etikett im Laden. Und selbst da nicht immer.

Werden Apple-Besitzer diskriminiert, wenn sie für das gleiche Produkt einen höheren Preis zahlen sollen als Android-User?

Werden Morgenmuffel diskriminiert, wenn sie abends mehr ablatzen sollen als die verdammten Frühaufsteher? Die Bewohner des Prenzlauer Bergs, wenn ihre Rechnung höher ist als die von den Siedlern von Marzahn?

Das ist halt die Kehrseite der allseits gepriesenen Kundenzentrierung: Der Shopper wird nicht nur kommunikativ, sondern auch preislich zunehmend individuell betreut. Die Daten-Analyse macht’s möglich.

Aber wenn es um Sex geht, ist Homo Sapiens besonders empfindlich.

Interessant wäre mal, den Tinder-Algorithmus über die Ehepartner Michael Wendler (48) und Laura Müller (20) laufen zu lassen.

Ob der Wendler ein Preis-Premium bekäme, weil er jetzt DSDS-Juror geworden ist? Wer weiß. Das Gute an Algorithmen ist ja, dass sie so intransparent sind.

Denn: Was ich nicht weiß, bringt mich auch nicht auf die Palme.

Rolf Schröter

 

 


Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere Rubrik Marketing News, hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt