Gesellschaft Freunde der Künste
Werbung auf Instagram

Philipp Plein hätte auf diesen Post verzichten sollen?

Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, erzählt mit heute eine Geschichte, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Ich gehöre wohl zu den 24 Prozent.

Lieber Herr Böhmer,

ist es okay, einen Black Post auf Instagram für Werbung zu verwenden? – und zwar nur wenige Tage, nachdem Menschen weltweit einen schwarzen Instagram-Screen verwendet haben, um ihr Mitgefühl am Tod von George Floyd auszudrücken, der durch Polizeigewalt ums Leben kam?Der Mode-Marketier Philipp Plein hat das getan.

Unsere Gesellschaft diskutiert immer weniger mit einem Austausch von Argumenten. Die Debatten-Währung besteht in erster Linie nicht mehr aus Fakten, sondern aus Emotionen. Willst du einen Punkt machen, brauchst du sowohl Aufmerksamkeit als auch einen emotionalen Trigger.

Die Werbung entwickelt sich ähnlich. Kommunikation soll heute Haltung beweisen – damit sie wirkt. Die Notierung eines Purpose hilft dabei, Menschen auf einer Gefühlsebene zu treffen. Letztendlich geht es ums Verkaufen.

Viele unterstellen das auch Unternehmen, die bei #StopHateForProfit mitmachen, der Bewegung gegen Hetze auf Facebook. Haltung zeigen ist gar nicht so einfach.

Philipp Plein wirbt mit seinem Black Post für eine Verkaufsveranstaltung am 14. Juli mit dem Zusatz „Fashion is dead“. Vielleicht wird er ja dort verkünden, für die Black-Lives-Matter-Bewegung zu spenden.

Würde das die Antwort auf die oben gestellte Frage verändern: Ist es okay, einen Black Post auf Instagram für Werbung zu verwenden?

Er darf es zumindest. Philipp Plein ist Geschäftsmann. Er betreibt Marketingkommunikation auf seinem Instagram-Kanal. Er hat aktuell rund 2,1 Millionen Follower.

Er kann dort tun, was er will, solange er sich an geltendes Recht hält. Aber ist es auch okay, das zu tun? Wir haben das auf wuv.de gefragt. 76 Prozent sind der Meinung: „Nein“. 24 Prozent dagegen sagen: „Ja“.

Wichtiger als Haltung zu zeigen, ist es, Verantwortung zu tragen. Es wäre besser gewesen, wenn Philipp Plein auf diesen Post verzichtet hätte.

Ich wünsche uns allen einen schönen Abend und ein erholsames Wochenende

Rolf Schröter

 


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