Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, berichtet über Ärger bei Nike.
Lieber Herr Böhmer,
Satan tritt in der Karwoche auf. Das zieht.
Die Künstler des US-Kollektivs MSCHF werden sich diabolisch gefreut haben, als Nike gerichtlich gegen ihren customized Sneaker vorgegangen ist.
Das Nike-Modell von MSCHF ist mit Symbolen schwarzer Magie optimiert, mit einem Bibelzitat geschmückt und mit echtem Blut aufgewertet.
Die 666 Paar “Satan-Schuhe” zum Preis von je 1.018 Dollar waren binnen einer Minute ausverkauft. Ein Paar jedoch hielten die Kunstverhökerer zurück und verlosten es.
Wer die schwarzen Dinger gewinnen wollte, musste sich mit einem Tweet registrieren. Hoffnung gegen Reichweite – eine teuflisch gute Idee.
Nike findet, die Aktion habe dem eigenen Firmenwert “erheblichen Schaden” zugefügt. Ach, was sollen sie auch sonst sagen. Mitleid ist jedenfalls nicht angebracht.
Erstens profitiert Nike auch von dem Spektakel. Und zweitens haben sie es sich selbst zuzuschreiben.
2019 kooperierte der Sportartikelriese mit MSCHF und brachte die “Jesus Shoes MSCHF x INRI Nike Air Max 97” auf den Markt.
Apokalyptische Verse sind beliebt. Der Game-of-Thrones-Ideengeber George R. Martin kassiert vom TV-Network HBO einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag.
Dafür muss er sich fünf Jahre lang noch mehr blutig-böse Szenarien ausdenken. Im April beginnen die Dreharbeiten für ein Vorgeplänkel namens “House of the Dragon”.
Schönen Abend noch
Rolf Schröter


Die Satan-Schuhe sind keine autorisierte Collab von Nike. Foto: MSCHF



