Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, glaubt das es bald keine Unterschiede mehr zwischen den geschlächtern gibt. Hört sich für Frauen ja gut an.
Lieber Herr Böhmer,
besitzen Sie einen XX-Chromosomensatz, oder doch XY? Egal. Im Marketing spielt das Geschlecht in Zukunft eine immer geringere Rolle. Sind Sie 25 oder doch näher an der 55? Auch das wird für das Targeting unwichtiger.
Unternehmen verabschieden sich zunehmend davon, ihre Zielgruppen nach klassischen soziodemografischen Kriterien einzuteilen. Stattdessen werden Werte, Motivationen, Stimmung oder Interessen wichtiger.
Den Beweis dafür liefert die Printmedien-Landschaft. Aktuelle Zahlen der Agma zeigen, dass Männer immer häufiger Joy und Intouch lesen, Frauen dafür Auto Bild und Sport Auto (W&V+) – und nebenbei bemerkt, dass sie es auch zugeben.
Der FC-Bayern-Profi Serge Gnabry fasst dieses neue Selbstverständnis schön zusammen: "Für mich ist es wichtiger, ein guter Mensch zu sein als ein guter Mann.“
Wie klein Unterschiede zwischen XX und XY sein können, zeigen auch die allerersten Gerety Awards. Die Auszeichnung soll Frauen in der Kreation sichtbarer machen und ihnen in einer männlich dominierten Branche einen höheren Stellenwert verleihen.
Und was macht die ausschließlich weibliche Jury? Sie zeichnet – zumindest in Deutschland – dieselben Kampagnen aus, die das ganze Jahr über schon Preise eingesackt haben.
Ist das nicht eine tolle Nachricht für alle Menschen?
Einen genauso tollen Tag wünscht
Verena Gründel


Viva la Vulva gewinnt einen Grand Prix bei den Gerety Awards in Paris. Foto: Libresse
Aktuelle Zahlen der Agma zeigen, dass Männer immer häufiger Joy und Intouch lesen. Foto: GFDK




