Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, findet den Diebstahl von Google nicht gut.
Lieber Herr Böhmer,
Google hat geklaut. Das wissen alle, die in den vergangenen fünf Tagen bei Netflix reingeschaut haben. Der Streamingdienst bewirbt sehr prominent eine neue deutsche Serie, die Google als Copycat enthüllt: „The Billion Dollar Code“.
Sie zeigt die wahre Geschichte hinter dem Algorithmus von Google Earth. Denn den hat eigentlich die Agentur Art+Com entwickelt. Und das Verrückteste daran: Kaum jemand hat‘s gewusst.
Die Agentur gibt es heute immer noch. Mein Kollege Markus Weber hat sie porträtiert, einige Hintergrundinfos zum Film für Sie recherchiert – und historische Bilder ausgegraben.
Der Stoff für eine spannende Serie ist gut. Ob er so gut ist, dass der die frischgebackene Nummer 1 unter den erfolgreichsten Netflix-Serien noch übertrumpfen kann, das muss „The Billion Dollar Code“ erst noch beweisen.
Währenddessen quittiert Eva Reitenbach von Oddity Jungle dem Marketing, wie wir es kennen, ein baldiges Ende.
Weil die Generation Z so ganz anders tickt als die vorherigen, weil sie mit neuen Herausforderungen und Problemen aufwächst, dürften Werbungtreibende in Zukunft nicht mehr so kommunizieren wie bisher.
„Wir brauchen keine Kreativ-Diven“, sagt sie, „die dem TV-Spot allen Content sklavisch unterknechten, und auch keine Digital-Nerds, die nur in Formaten und Mechaniken denken können.“ Was wir wirklich brauchen? Neue Daten, Werte und Kollaboration.
Einen schönen Abend wünscht
Verena Gründel
Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Das Art+Com-Quartett Axel Schmidt, Joachim Sauter, Gerd Grüneis, Pavel Mayer (v.l., im Jahr 1994) hat Terravision entwickelt. Rechts im Bild Andreas Bläse von der Deutschen Telekom. Foto: Art+Com AG


