Gesellschaft Freunde der Künste
Sexismus-Problem in der Agenturbranche

Dildos auf Schreibtischstühlen - Sexismus bei Scholz & Friends

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, berichtet von Sexismus-Problemen in der Agenturbranche, es reicht vom Poster der nackten Frau auf der Männertoilette mit dem Hinweis „Hier abspritzen“ usw.

Lieber Herr Böhmer,

der Artikel über Sexismus bei Scholz & Friendsoffenbare nur die Spitze des Eisbergs. Das berichtet Vreni Frost im W&V-Interview über ihre Recherchen für Die Zeit.

1000 Nachrichten von Frauen, die ihre negativen Erfahrungen schildern, hätten sie erreicht. Tausend! Das ist eine erschütternde Zahl.

Denn sicherlich sind selbst diese tausend Erlebnisse aus der Branche immer noch nur ein Bruchteil. Sie erzählen von Dildos auf Schreibtischstühlen und vom Rausmobben, wenn man sich beschwert. Allesamt Gruselgeschichten.

Können wir nicht einfach ein bisschen sensibler miteinander umgehen? Über das reflektieren, was wir anderen gegenüber sagen und tun?

Aufmerksamer durch die Welt gehen und unsere Stimme gegen Ungerechtigkeiten erheben? Denn auch wenn Vreni nicht besonders zuversichtlich ist, dass wir das Problem in den Griff bekommen, möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir alle respektvoller miteinander umgehen können und wollen. Es liegt an jedem von uns.

Ein weiterer Aufreger von heute ist die so unscheinbar klingende "Paprikasauce Ungarische Art" von Knorr. Was mit der nicht stimmt? Sie hieß vorher Zigeunersoße.

Weil der Name möglicherweise negativ interpretiert werden könnte, benannte der Hersteller sie um. Zigeunersoßen-Fans sind gar nicht begeistert.

Und sogar der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma zuckt schriftlich mit den Schultern. Der Fall sei nicht von oberster Dringlichkeit. Er sieht wohl keinen negativen Zusammenhang zwischen seinen Anhängern und leckerer Grillsoße.

Das erinnert mich an die Schweden und ihr Köttbullar, auf das sie durchaus sehr stolz sind. Ein absoluter Klassiker. Ob es den schon 1958 im ersten Ikea-Restaurant gab, konnte ich auf die Schnelle nicht rausfinden.

Aber den ersten Ikea-Katalog, den gibt es jetzt hier . Er erschien bereits 1950. Zum 70. Geburtstag hat das Ikea Museum sämtliche Kataloge zum Durchblättern online gestellt.

Das sollte genug Lesestoff für die restlichen Sommerferien sein. Wenn man denn die schwedische Sprache beherrscht.

En härlig kväll

Verena Gründel

 


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