Gesellschaft Freunde der Künste
Hungerlöhne

Die Tatsache keine Frau zu sein rechnet sich besser

So fing der Tag an: Wir gießen heute morgen Hennessy-Cognac (oder lieber Jägermeister?) in den Zahnputzbecher, posieren dann mit Monstern für ein Selfie und schauen anschließend mieses Kinderfernsehen. Ach ja, und dm verliert den Prozess gegen Alnatura und muß 2. Millionen zahlen.

Jochen Kalka, Chefredakteur bei W&V, klärt mich auf, was die Leute so verdienen. Dabei frage ich mich, wie kann man in Frankfurt, München, Hamburg oder Düsseldorf von Bruttogehältern von um die 60.000 Euro leben.

Von 60.000 Euro gehen bei einem Ledigen 24.000 Euro Steuern ab, bleiben noch 36.000 für Miete, Auto, Versicherung, Rundfunkgebühren und Telecom, etc. Ich würde sagen, das sind Hungerlöhne und Frauen verdienen auch noch viel schlechter. "In einem Land, in dem ich gut und gerne lebe" ihre CDU.

Lieber Herr Böhmer,

ein Studium rechnet sich – und auch die Tatsache, keine Frau zu sein. Diese traurige Erkenntnis stammt von unserer W&V-Kollegin Anja Janotta, da sie den aktuellen Stepstone Gehaltsreport analysiert hat . Der Gender-Pay-Gap ist nach wie vor eines der größten Probleme unserer Branche:

63.000 Euro kriegt Mann, 51.000 dagegen Frau – so etwas ist diskriminierend und schlicht nicht hinnehmbar. Dennoch wundern wir uns, dass wir ein Nachwuchsproblem haben.

Der Gehaltsreport ist in vielerlei Hinsicht interessant. Wobei die Zahlen zuweilen täuschen können, etwa für einzelne Regionen. Schön, dass man in Bayern mit 61.000 Euro mehr verdient als etwa in Nordrhein-Westfalen (58.000).

Doch wenn man sich die Lebenshaltungskosten und Mietpreise in einem wunderschönen München anschaut, relativieren sich manche Gehälter sehr schnell.

Also, ab in den Feierabend, Leben genießen

Ihr Jochen Kalka

 

 


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