Gesellschaft Freunde der Künste
Der Hype in der Digitalszene

Clubhouse ist das heiße Ding der Stunde

Holger Schellkopf, Chefredakteur bei W&V, meint Clubhouse sorge aktuell für einen Hype in der Digitalszene.

Lieber Herr Böhmer,

endlich mal wieder ein richtiger Hype, endlich darf das Wörtchen viral mal wieder jenseits von Corona verwendet werden. Clubhouse ist das heiße Ding der Stunde- eine Audio-App, die es bereits seit einigen Monaten gibt, deren Nutzung hierzulande in den letzten Tagen aber explodiert ist.

Ein Boom, der an die Anfänge von WhatsApp oder Snapchat erinnert.

Allem Anschein nach ist "die Messenger-Gruppe zum Reden", wie Digital-Experte Dirk von Gehlen die App beschreibt, das richtige Angebot zur richtigen Zeit.

In jedem Fall ist es weniger ein More-of-the-same-Produkt wie dies beispielsweise der letzte Hype-Kandidat Vero war. "Clubhouse ist ein wenig von allem – aber vor allen Dingen etwas ganz Neues.

Es ist keine klassische Social-Media-App. Hier steht das Synchrone, der Live-Talk im Mittelpunkt", findet denn auch Markus Kaiser, Professor an der TH Nürnberg.

Aber - es gibt eben gerade im Digitalen nur selten etwas ohne aber. Datenschutztechnisch hat Clubhouse bedenkliche Aspekte, die (derzeitige) Beschränkung auf Apples iOS und das recht restriktive Zugangsmanagement bringen Clubhouse ebenso Kritik ein. In all diesen Punkten versprechen die Macher des tatsächlich noch recht jungen Angebotes schnelle Besserung.

Mit Spannung darf zudem erwartet werden, wie die bisherigen Platzhirsche auf den neuen Hype reagieren. Facebook hat in der Vergangenheit bewiesen, dass man sehr zügig auf neue Konkurrenz reagieren und ziemlich verwandte Angebote platzieren kann.

Twitter hatte zuletzt auch den Audio-Bereich auf dem Schirm. Die Tatsache, dass auf Clubhouse sehr viele Business-Themen behandelt werden, dürfte außerdem bei LinkedIn für einige Betriebsamkeit sorgen.

Lassen wir uns überraschen, wie es mit Clubhouse weitergeht. Die Idee dahinter dürfte sich ziemlich sicher dauerhaft durchsetzen.

Schönen Abend

Holger Schellkopf

 

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