Markus Weber, Redakteur bei W&V, versteht die Diskussion um das Kopftuch nicht so recht.
Lieber Herr Böhmer,
der Europarat will eine Anti-Diskriminierungs-Kampagne starten. Doch die erhitzt die Gemüter schon, bevor sie überhaupt losgegangen ist. Schuld daran ist - wieder einmal - das Kopftuch.
Das Reizthema schlechthin, nicht ganz ohne Grund. Handelt es sich hier tatsächlich nur um ein Stück Stoff? Oder nicht doch um ein Symbol der Unterdrückung von Frauen im Islam?
"Beauty is in diversity as freedom is in hijab", lautete die Überschrift auf einem Tweet des Europarates in einer Kampagne zu Vielfalt. Zu deutsch etwa "Schönheit liegt in der Vielfalt, wie die Freiheit im Hijab".
Ganz so einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Was mich nachdenklich stimmt ist:
Ständig wird darüber diskutiert und gestritten, wie viel oder wie wenig Stoff Frauen tragen (im Sport etwa beim Turnen und Beachvolleyball läuft die Debatte genau andersherum).
Bei Männern hat sich darüber offensichtlich noch nie jemand Gedanken gemacht. Wir sollten den Fokus daher immer auf das Thema Selbstbestimmung legen.
Solange die gewahrt ist, hat es keinen zu interessieren, wer wie viel oder wie wenig Stoff trägt. Egal ob in der Fußgängerzone oder in der Katjes-Werbung. Bei Wikipedia steht übrigens etwas recht Überraschendes:
„Das Tragen von Kopftüchern war in Europa vor allem in den ländlichen Gebieten bis in die 1980er Jahre üblich.“
Einen entspannten Abend wünscht
Markus Weber
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Kopftuch-Kampagne des Europarats sorgt für Aufruhr. Foto: Youtube/Spot-Screenshot


