Rolf Schröter, Mitglied der Chefredaktion bei W&V, meint zu Recht, das 20 Prozent nicht immer mehr oder weniger sein muß.
Lieber Herr Böhmer,
weniger ist mehr? Kommt darauf an.
Wir erinnern uns an die Werbung der Praktiker-Baumärkte: "20 Prozent auf alles – außer Tiernahrung." Die Rabatte haben dem Unternehmen nicht geholfen. Praktiker ging in die Insolvenz.
Auch Lindt bietet weniger. Der Massenchocolatier bringt eine neue Sorte der Variante "Excellence" auf den Markt. Doch die Tafel wiegt nicht 100 Gramm, wie ihre Namensvettern, sondern nur 80 Gramm.
Damit ist die Neue knapp 20 Prozent teurer als die reguläre Vollmilchschokolade – hat die Verbraucherzentrale Hamburg ausgerechnet und angeprangert.
Ob das eine gute Idee ist, die eigenen Kunden so hinters Licht zu führen? Zumindest ist es sehr riskant für den Ruf der Marke.
Auch Lidl liefert 20 Prozent weniger. Und zwar in Form eines Löffels. Der hat nämlich eine Delle, und deshalb passt ein Fünftel weniger drauf. Zum Beispiel Zucker. So wirbt Lidl für eine gesündere Ernährung.
Der Minus-20-Prozent-Löffelist der Protagonist einer Kampagne und ab 10. Oktober zum Symbolpreis von einem Cent bestellbar.
Das wiederum IST eine gute Idee. Manchmal ist weniger doch mehr.
Einen schönen Abend wünscht
Rolf Schröter


In diesen Löffel passen 20 Prozent weniger - von allem, was damit abgemessen wird. Foto: W&V



