Das Geld ist da. Es ist nur nicht optimal verteilt.
Mit dieser Überzeugung macht sich Eva-Maria, Ende 40, Mutter zweier Kinder und freischaffende Künstlerin mit langer Berufserfahrung – und einer Rentenprognose zum Fürchten –, auf eine performative Suche nach Mäzen*innen im 21. Jahrhundert.
Eva-Maria ist erschöpft vom Klinkenputzen bei Förderinstitutionen, vom Rechnen in schlaflosen Nächten, vom eigenen Klagen und dem der Kunstszene – und von einem System, das Künstler*innen im Überlebenskampf hält, obwohl „Geld in der Welt ist".
Laut Oxfam-Bericht zählt Deutschland zu den Ländern mit den meisten Milliardär*innen.
Eines Abends raunt ihr eine Freundin zu: „You need an Angel, Darling!" In den USA sind „Angels" reiche Privatpersonen, die Kunst fördern – weniger aus Liebe zum Himmel als aus Kapitalüberfluss.
Nur etwa 7 bis 10 Prozent der Kulturförderung stammen dort aus staatlicher Hand. Obwohl Eva-Maria für die Freiheit der Kunst einsteht, beschließt sie, selbst einen Engel zu suchen – und zu finden!
Diese Suche wird zur performativen Heldinnenreise durch Landschaften von Geld, Macht und Selbstoptimierung.
Zwischen Coaching-Sessions, Milliardärslisten und Selbstzweifeln entsteht ein Live-Roadmovie, das dokumentarisches Material und autofiktionales Spiel verbindet: eine selbstironische Untersuchung von Marktwert und Selbstvermarktung, von Prekarität und Autonomie im Kunstbetrieb.
Im Setting eines Live-Coachings teilt Eva-Maria ihre Erkenntnisse mit dem Publikum.
Konzeption, Regie und Performance: Eva-Maria Baumeister
Konzeption, Dramaturgie, Text, outside eye: Sibylle Dudek
Ausstattung: Lena Thelen


Eva-Maria Baumeister YOU NEED AN ANGEL, DARLING. (c) EM Baumeister



