Gesellschaft Freunde der Künste
„Ich kam, sah, siegte“

Vermögen wird durch Verbrechen erst schön, in Veni Vidi Vici

Vermögen wird durch Verbrechen erst schön: In der rabenschwarzen Superreichen-Satire von Daniel Hoesl und Julia Niemann erschießt ein Milliardär fremde Leute, um seinem Dasein mehr Würze zu geben.

Eine amüsante Groteske zur Ära der Machtergreifung von Trump, Musk, Bezos & Co..

„Denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht“, zitiert eine abgeklärte Mädchenstimme Goethes „Faust“ aus dem Off.

An die Schöpferkraft der Zerstörung glaubt auch Investor Amon Maynard, der mit allem gesegnet ist, wovon Menschen träumen:

Reichtum, Erfolg, Attraktivität, Potenz, Liebe, Familienglück – es ist einfach ekelhaft. Laurence Rupp spielt ihn mit unwiderstehlichem Charme.

Zusammen mit seinen Adoptivkindern und seiner attraktiven Frau Viktoria (Ursina Lardi) lebt der Milliardär in einem weißen Klassizismus-Traumpalast.

Weil so viel Perfektion auf Dauer unerträglich ist, braucht Maynard einen Ausgleich in seinem Leben; also geht er auf die Jagd.

Unschuldigen Tieren würde er jedoch nie etwas zuleide tun – eher schon den eigenen Artgenossen.

Ein offenes Geheimnis

Deswegen erschießt er statt Wild arglose Zufallsopfer.

Er gibt sich nur mäßig Mühe, seine Spuren zu verbergen, und so wird Maynards blutiger Zeitvertreib zum offenen Geheimnis.

Nur ein grummeliger Jagdaufseher und ein abgehalfterter Journalist (Dominik Warta) versuchen vergeblich, den Großkopferten zur Strecke bringen.

 

Zu groß zum Scheitern

Aber ebenso wie kriselnde Großbanken ist Investor Maynard too big to fail – zu groß, um fallengelassen zu werden.

Die Honoratioren der Gesellschaft verschließen die Augen vor seinem Treiben; es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Sie interessiert nur die Mikrochip-Fabrik, die zu bauen Maynard verspricht. Wer bei diesem Machtspiel nicht mitmacht, wird entweder vereinnahmt oder ausgeschaltet.

„Veni Vidi Vici“ (lat.: „Ich kam, sah, siegte“) vom österreichischen Regieduo Daniel Hoesl und Julia Niemann ist eine bitterböse Groteske über die Straflosigkeit für die maßlos Reichen und Mächtigen, die mit allem durchkommen,

über allen anderen stehen und für die es keine Grenzen gibt. In der Figur von Maynard bündelt sich die Amoral der Musks, Trumps und Bezos dieses Planeten.   

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Veni Vidi Vici (offizieller Trailer)