Gesellschaft Freunde der Künste
Hybrid aus Science-Fiction, Roadmovie und Dokumentarfilm

SIRENS CALL - Weltpremiere- Forum Berlinale 2025

Eine Sirene in einem menschlichem Körper nomadisiert durch die postmoderne Realität eines austrocknenden Planeten während sie Überleben, Identität und Zugehörigkeit auslotet.

Teils Sci-Fi, teils Dokumentarfilm, taucht das hybride Debüt in die Merfolk-Subkultur zwischen Selbsterhaltung und politischem Aktivismus ein.

Mit großer Feinfühligkeit beleuchtet der Film die Spannungen zwischen Sirenenmythologie und postmoderner Realität.

Dabei greift er Themen wie die Ökokrise, Zugehörigkeit, queere und trans Identitäten, sowie die Herausforderungen einer utopischen Gemeinschaft auf – alles vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in den USA.

Do you hear the „SIRENS CALL"?

Eine nomadische Sirene kehrt in menschlicher Gestalt auf eine Erde in der Krise zurück. Auf der Suche nach Verbindung mit anderen Merfolk ist sie mit den komplexen Spannungen zwischen Mythologie und postmoderner Realität konfrontiert.

Ihr menschlicher Körper fühlt sich fremd an, das Atmen an Land wird immer schwieriger.

Konventionelle Ideen von Biografie, Identität und Zugehörigkeit hinterfragend, wandelt „UNA" als Rastlose durch die USA, während sie sich zunehmend mit ihrem aufbegehrenden Körper konfrontiert sieht, der schließlich danach strebt mehr-als-menschlich zu werden.

SIRENS CALL ist ein Genre-Grenzen überschreitendes Hybrid aus Science-Fiction, Roadmovie und Dokumentarfilm über eine Subkultur, das mit fantastischen Bildern über kollektive Traumata, Körperpolitik und dauerhafte Transition spricht.

Regisseur:innen Miri Ian Gossing und Lina Sieckmann über ihre Motivation für den Film:

„SIRENS CALL ist ein Hybrid aus Science-Fiction und Dokumentarfilm, der uns über sieben Jahre begleitet hat, seit wir zum ersten Mal von einer Subkultur in Portland, Oregon, hörten, die sich als ‚Mer-Folk' identifiziert.

Ihre Mer-sona war keine Verkleidung in Silikonflossen, sie lebten diese Identität auch im Alltag. Als wir 2017 zum ersten Mal ‚Una the Mermaid' trafen – eine Traumapsychologin und Aktivistin für social justice in ihrem zivilen Leben – spürten wir sofort eine besondere Verbindung und ein tiefes Verständnis.

Una und ihr Kollektiv verkörperten all das, was wir uns lange für unsere Sirenenfigur vorgestellt hatten: eine Figur, die interdisziplinäres Wissen vereint, Verbindungen zwischen Mensch, Natur und Maschine schafft und nach neuen Wegen des Zusammenlebens mit sich selbst und der Welt sucht.

In SIRENS CALL wandelt Una als rastloses Wesen durch eine Welt, die immer fremder wird – selbst das Atmen ist in ihr zur Ware geworden - Welcome to the BREATHE-Bar

Historisch gesehen wurden Sirenen oft in männlich dominierten Erzählungen gefangen – stumm und abhängig von der Liebe eines Mannes.

Unsere Neuinterpretation bricht mit diesen Mustern und spiegelt den Zustand unserer Welt wider, von der Klimakrise bis hin zu politischen Unruhen.

Unas Existenz ist liminal – weder ganz Fisch noch ganz Mensch, weder Frau noch Mann, sondern etwas Anderes, Dazwischenliegendes.

Es war uns wichtig, unseren Intuitionen zu folgen und einen offenen, gemeinsamen Prozess zu schaffen, in dem Traum, Magie und Fiktion neben den basalen Alltagserfahrungen in den heutigen USA koexistieren können."

Die Filmemacher:innen – Biografie:

Miri Ian Gossing und Lina Sieckmann arbeiten seit 2012 als Künstler:innen und Regieduo zusammen.

Seit ihrem Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln und der Kunstakademie Düsseldorf haben sie mehrere Filme auf 16mm realisiert, die Dokumentarisches, Fiktion und Found Footage miteinander verbinden.

Ihre künstlerische Forschung befasst sich mit Themen wie Hauntologie, traumatisierten Landschaften und queeren Sensibilitäten.

Bekannt für ihre lang andauernde Recherche und enge Auseinandersetzung mit subkulturellen Gemeinschaften und Individuen, legen ihre Arbeiten zudem einen besonderen Fokus auf liminale Räume und heimgesuchte Landschaften, die Sehnsucht, Angst und Begehren formen.

Ihre Filme wurden zahlreich ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutsche Kurzfilmpreis in Gold und dem Wim-Wenders-Stipendium.

Sie werden sowohl im Kunstkontext als auch bei Festivals präsentiert, darunter der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, das International Film Festival Rotterdam, das Image Forum Tokyo und die Anthology Film Archives in New York City.

Seit 2019 kuratieren sie das Blonde Cobra – Festival for Queer and Experimental Cinema in Köln. Gossing und Sieckmann leben und arbeiten in Köln, Deutschland, und Portland, Oregon, USA.