Künstlerische Neuausrichtung der Schauspiel-Sparte in Kassel: Mit einer spannenden Mischung aus hochkarätigen Regie-Gästen, transdisziplinären Kollektiven und einer starken Ensemble-Handschrift sorgt die neue Schauspieldirektorin Sarah Franke ab der Spielzeit 2026/27 für frische Impulse.
Den feierlichen Auftakt gestaltet sie am Freitag, 4. September, im Schauspielhaus selbst: Mit der Uraufführung von „End of Beginnings, ich fühl’s!“ inszeniert sie eine lustvolle Bühnen-Radioshow, die durch Zeiten und Beziehungsgeflechte reist.
Basierend auf Texten von ihr und dem Ensemble entsteht ein Abend zwischen Abschied und Aufbruch – flankiert von dem theatralen Kunst-Jahrmarkt „Ein Rummelnachtstraum“, der zwischen Ottoneum und Schauspielhaus zum Staunen einlädt.
Am Sonntag, 6. September, folgt im TiF Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“, eine Analyse gesellschaftlichen Stillstands, in der Regie von Katharina Marie Schubert.
„Hello, hello – turn your radio on!“
„End of Beginnings, ich fühl’s! (UA)“ ist eine musikalisch-performative Radioreise zwischen Bühne und Live-Sendung. Die Geister der Vergangenheit treffen auf jene der Gegenwart:
Thomas Mann spricht zu den Hörer:innen, Elisabeth Selbert kämpft für Gleichberechtigung. Zugleich zerfallen im Studio Beziehungen, Briefe erklingen, und Intimität unterwandert die Politik – um vielleicht sogar zur Poesie zu werden.
Lieder werden zu Szenen. Szenen werden Realität. Realität wird Radio. Ein Brief, ein Geständnis, das eigentlich privat war – und plötzlich öffentlich ist. Liebe wird verlesen.
Gefühle werden ausgestrahlt. Familienkonstruktionen entstehen und zerfallen zwischen Nachrichtenmeldungen und Jingles. Das Radio war immer ambivalent:
Es war mehr als Unterhaltung, nämlich Warnsystem, Zuflucht, Liebesbote, Widerstand – und ein Sprachrohr für Propaganda.
Und gleichzeitig der Ort, an dem ein Lied spielte, das man nie vergessen hat. „End of Beginnings, ich fühl’s!“ ist ein Abend über Zeit und Gleichzeitigkeit, über Liebe und Kampf, über Exil und Zuhause, über Stimmen, die gehört werden – und über jene, die verschwinden.
Sarah Franke, geboren in München, studierte Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste. Nach Fest- und Gastengagements an renommierten Häusern (u. a. Volksbühne Berlin, Deutsches Theater Berlin, Schauspiel Hannover, Volkstheater Wien) arbeitete sie erfolgreich als Schauspielerin und Regisseuruin.
Dem Kasseler Publikum ist sie bereits durch ihre Inszenierungen „vor die hunde (UA)“, „Die Troerinnen: 2nd Season (UA)“ und „Milch & Schuld (UA)“ bekannt.
Ab dieser Spielzeit ist sie Schauspieldirektion am Staatstheater Kassel. Franke steht für eine progressive, strukturelle Neuausrichtung:
Aus dem Ensemble- und Vorstellungsbetrieb kommend, setzt sie auf eine offene, interdisziplinäre Teamarbeit und bringt damit eine neue Perspektive in die Leitung der Schauspielsparte.
Vorstellungsbeginn ist um 19:30 Uhr im Schauspielhaus. Ein Besuch des theatralen Jahrmarkts „Ein Rummelnachtstraum“ ist vor der Premiere von „End of Beginnings, ich fühl’s! (UA)“ für Premierenkarteninhaber:innen kostenlos (Einlass ab 18:00 Uhr).
Tickets sind an der Theaterkasse (Telefon: 0561 1094-222) sowie online unter www.staatstheater-kassel.de erhältlich.
Premiere: Freitag, 4. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus
Weitere Termine: So, 6. Sept., 19.30 Uhr, Di, 8. Sept., 19.30 Uhr, So 13. Sept. 18 Uhr, Schauspielhaus
Friedrichsplatz 15
34117 Kassel
Telefon +49.561.1094-286
Telefax +49.561.1094-5111
www.staatstheater-kassel.de


Collage zu End of Beginnings, ich fühls Foto: (c) Imina Geilmann
Sarah Franke. Foto: (c) Sylwester Pawliczek MACHMA MACHMA



