Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) eröffnet unter der Leitung von Chefdirigent Vladimir Jurowski am 13. September seine Spielzeit 2026/27 mit einem Konzert im Rahmen des Musikfests Berlin in der Philharmonie.
Auf dem Programm stehen Werke von Sergei Rachmaninow, Edison Denissow und Anatol Vieru.
Mit dem sinfonischen Poem „Die Glocken" für Sopran, Tenor, Bariton, Chor und Orchester präsentiert das RSB zusammen mit dem Rundfunkchor Berlin die wohl gewaltigste Tondichtung, die Sergei Rachmaninow je geschaffen hat.
Als Textvorlage diente der berühmte Gedichtzyklus „The Bells" (1848) des amerikanischen Dichters Edgar Ellen Poe, das der russische Symbolist Konstantin Balmont im Jahr 1900 ins Russische übersetzte.
In den vier Strophen wird das gesamte Spektrum des menschlichen Daseins, inklusive seiner Vergänglichkeit, durch den gewaltigen Klang der Schlitten-, Hochzeits-, Feuer- und Totenglocken dargestellt.
Das selten gespielte Werk wurde zuletzt vom RSB 2001 im Konzerthaus Berlin unter der Leitung von Michail Jurowski aufgeführt.
Neben einem international renommierten Solist:innenensemble mit Galina Cheplakova (Sopran), Anton Rositskii (Tenor) und Vladislav Sulimsky (Bariton) singt der Rundfunkchor Berlin unter der Einstudierung von Gijs Leenaars.
Durch die gesamte Saison 2026/27 begleitet das RSB Werke des Berliner Malers Daniel Richter, der zu den wichtigsten deutschen Künstlern der Gegenwart zählt.
Jedes Sinfoniekonzert-Programm korrespondiert auf spielerische Art mit einem Bild aus seinem Gesamtwerk.
Gleich die erste Komposition der Saison, Edison Denissows „Peinture", greift das Thema Musik und Malerei auf. Denissow, ein Freund und Weggefährte von Schnittke und Gubaidulina in der früheren UdSSR, widmete sein fein ausgeleuchtetes Orchesterwerk dem russichen Maler und Regimekritiker Boris Birger.
Die filigrane Sinfonie Nr.2 des jüdisch-rumänischen Komponisten Anatol Vieru, entstanden 1973 in West-Berlin erforscht ganz neue Möglichkeiten der Tonkunst.
Die Sinfoniesätze sind mit „Herzrasen", „Psalm" und „befreite Melodie" überschrieben. Vieru hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Das Konzert wird von deutschlandfunk kultur aufgezeichnet und am 15. September 2026 um 20:00 Uhr ausgestrahlt.


Vladimir Jurowski



