(Kinostart: 25.6.) Auf derselben Schule, aber in verfeindeten Gangs: Zwei Freunde werden in ein brutales Rachedrama hineingezogen.
Das Ghetto-Sozialdrama des britischen Rappers Andrew Onwubolu wirkt authentisch, aber im Vergleich zu Genre-Klassikern etwas epigonal.
Das Spielfilmdebüt des Rappers und Regisseurs Andrew Onwubolu alias Rapman nimmt das Publikum mit in den tristen Südosten Londons:
Der Stadtteil Deptford hat noch keinen einzigen Popstar hervorgebracht, ist aber dafür bekannt, dass hier 1593 der Dramatiker und Shakespeare-Konkurrent Christopher Marlowe ermordet wurde.
Ein paar Pubs aus jener Zeit stehen noch herum, doch heute dominieren funktionale Architektur und uniforme Wohnblöcke das Stadtbild. Familien, die hier leben, kommen meist aus der Karibik, Afrika, Osteuropa und Asien.
Der schüchterne Protagonist Timmy (Stephen Odubola) wohnt in Deptford, geht aber im ähnlich öden Peckham zur Schule, wo seit dem ersten Tag Marco (Micheal Ward) sein bester Kumpel ist.
Schritt für Schritt führt der Film in die Welt der Freunde ein.
Er zeigt, wie sie in Mutters Küche das westafrikanische Gericht „Jollof Rice“ verputzen, Fußballspiele auf dem Schulhof, die Aufregung über eine Party am Wochenende, und wie sich Timmy und seine Mitschülerin Leah (Karla-Simone Spence) langsam näherkommen.
Zwischen Deptford + Peckham
Beim ersten Date schauen sie die TV-Serie „Game of Thrones“ – nicht ahnend, dass sie selbst bald in eine verheerende Clan-Fehde hineingezogen werden.
Sowohl Marcos als auch Timmys große Brüder sind Mitglieder verfeindeter Gangs.
Als die Freunde gezwungen werden, ihren jeweiligen Anführern Treue zu schwören, entspinnt sich zwischen Deptford und Peckham ein brutales Rachedrama um Freundschaft, Loyalität, Liebe, Gewalt und Verrat.


Wortgefecht zwischen Marco (Michael Ward, 3.v.r.) und seinem großen Bruder Switcher (Eric Kofi-Abrefa (3.v.l.). Foto: Paramount Pictures Germany/Nick Wall



