Ende der 1980er Jahre wurde "Der Medicus" von Noah Gordon weltweit zum Top-Bestseller. Den historischen Roman über einen fiktiven Engländer, der im 11. Jahrhundert nach Persien reist, um dort die Heilkunst zu erlernen, hat Regisseur Philipp Stölzl erstmals 2013 verfilmt.
Nun folgt die Fortsetzung "Der Medicus 2": ein unterhaltsames Geschichts-Panoptikum über die Anfänge moderner Medizin, das es mit Fakten nicht so genau nimmt.
(Kinostart: 25.12.) Ex oriente lux: Der Historien-Schmöker von Noah Gordon über einen Engländer, der im 11. Jahrhundert im fernen Persien die Heilkunst erlernt, war ein Top-Bestseller.
Nach der ersten Verfilmung 2013 legt Regisseur Philipp Stölzl nach – mit kurzweiligem Themen-Mix samt einigen Ungereimtheiten.
In den späten 1980er Jahren war „Der Medicus“ von Noah Gordon (1926-2021) eines der Bücher, die alle gelesen hatten.
Darin erzählt der US-Schriftsteller im Gewand eines historischen Romans, der es mit den Fakten nicht so genau nimmt, die Geschichte des jungen Briten Robert Cole.
Der bricht im 11. Jahrhundert nach Persien auf und gibt sich als Jude aus, um in Isfahan beim berühmten Heiler Ibn Sina – in Europa Avicenna genannt – zu studieren.
Dort wird er in politische Ränkespiele verwickelt, muss fliehen und kehrt, mit Ibn Sinas „Kanon“-Hauptwerk im Gepäck, nach England zurück.
In Europa war der Roman weitaus erfolgreicher als in Gordons US-Heimat; so unternahm es 2012 Regisseur Philipp Stölzl, den Stoff zu verfilmen.
Den historischen Freiheiten, die sich der Autor nahm, fügte er weitere hinzu, bewies aber damit: Eine historischer Kostümfilm unter deutscher Federführung mit internationaler Besetzung ist möglich.
Die Fortsetzung verhält sich nun wie „Gladiator II“ von Sir Ridley Scott zum Vorläufer-Film aus dem Jahr 2000: Noch einmal das Gleiche, nur noch mehr von allem.
Wöchnerin stirbt in Seesturm
Dabei gewährleistet Kontinuität, dass Stölzl auf dieselben Hauptdarsteller zurückgreifen kann: Tom Payne spielt den mittlerweile gereiften Medicus Rob, der aus Isfahan fliehen muss.
Als seine hochschwangere Liebe Rebecca steht auch Emma Rigby wieder an seiner Seite. Sie wird ihm allerdings nach einer Entbindung auf hoher See durch einen Sturm vor Englands Küste entrissen.
Traumatisiert, alleinerziehend und von seinen persischen Reisegefährten begleitet kommt Rob nach London zurück.


Der Medicus Rob Cole (Tom Payne) hält seine Erkenntnisse fest. Foto: @ Copyright: Constantin Film Distribution GmbH
Rob Cole (Tom Payne) und die potenzielle Thronfolgerin Ilene (Áine Rose Daly) . Foto: @ Copyright: Constantin Film Distribution GmbH
Knute (Liam Cunningham) verdankt Rob seine Genesung. Foto: @ Copyright: Constantin Film Distribution GmbH