Ein reiner, perfekter Stimmenklang – ohne Vibrato, aber dennoch voller Wärme. Wer das Hilliard Ensemble ein- mal gehört hat, vergisst den Eindruck nie. Viele Klassik-Freunde wird die Nachricht vom Bühnenabschied der vielfach preisgekrönten Weltklasseformation traurig stimmen.
Was nun - vier Jahrzehnte seit dem Hilliard-Start in London - bleibt, ist eine große internationale Abschiedstournee, die auch durch viele deutsche und österreichische Städte führt – aber vor allem das umfangreiche diskografische Vermächtnis.
Unter dem Titel The Hilliard Sound erscheint nun ein 3-CD-Set mit Referenz-Aufnahmen der 80er Jahre. Überblickt man das Repertoire des Ensembles, das sich nach der Gründung 1974 nach dem elisabethanischen Maler Nicholas Hilliard benannte, dann zeigt sich ein Schwerpunkt bei der Epoche, die die Individualität und Ausdruckskraft der menschlichen Stimme ganz besonders feierte: der Renaissance.
Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht
Auf dem ersten Erfolgszenit des Ensembles entstanden so Aufnahmen mit Musik von Orlando di Lasso, Josquin Desprez und Johannes Ockeghem – Werke, die in ihrer Raffi- nesse die Architektur der Kathedralen nachzuzeichnen scheinen, in denen sie erklangen. Das renommierte Gramophone Magazine pries die Einspielung als „wertvollen Fundus für alle, die die Quintessenz der Renaissance-Vokalmusik in einer Maßstäbe setzenden Interpretation suchen. Die Balance zwischen den Stimmen ist fein austariert, der Klang weich und die Intonation phänomenal, so entsteht eine orgelartige Klangfülle, die einem den Atem raubt.“
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Was nun - vier Jahrzehnte seit dem Hilliard-Start in London - bleibt, ist eine große internationale Abschiedstournee. © Warner Classics