Die mit zahllosen Preisen, gerade erst auch mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnete Klarinettistin Sabine Meyer zählt zu den weltweit renommiertesten Solisten überhaupt. Zu ihren mustergültigen Paradestücken gehört seit drei Jahrzehnten das Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart.
Nach der ebenfalls intensiven Beschäftigung mit Mozarts Klarinettenquintett wollte sich Sabine Meyer jetzt mit dem Genie Mozart noch einmal neu auseinandersetzen. Daher bat sie den renommierten Arrangeur Andreas N. Tarkmann ausgewählte Konzertarien Mozarts für die Klarinette zu bearbeiten. Zehn solcher Arrangements von Konzertarien hat Sabine Meyer jetzt mit dem Kammerorchester Basel unter der Leitung des bedeutenden Alte Musik-Dirigenten Andreas Spering eingespielt. Auf ihrem Mozart-Album für Sony Classical ist Meyer zudem gemeinsam mit der Sopranistin Polina Pasztircsák in zwei Arien aus der Oper „La Clemenza di Tito“ zu hören, bei denen Mozart die kantablen Qualitäten der Klarinette mit der Singstimme kombiniert hat.
Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht
Bei den Arrangements war es Sabine Meyer wichtig, dass sie nicht einfach die ursprüngliche Gesangsstimme der Konzertarien nachspielt, sondern dass die Neufassungen wie authentische Konzertstücke für die Klarinette wirken. Wie schon bei ihren Interpretationen des Klarinettenkonzerts spielt Meyer dabei auch auf zwei dunkler klingenden Klarinettenmodellen, die Mozart speziell geschätzt hat. Neben dem Bassetthorn war es vor allem die Bassettklarinette, die er wegen „ihres weicheren, sonoreren Klangcharakters“ liebte, so Meyer. Die natürliche Gesanglichkeit des Bassetthorns kommt etwa in der ursprünglichen Bass-Arie „Io ti lascio, oh cara, addio“ (1791) genauso zur Wirkung wie in der Einlagearie „Ombra felice! – Io ti lascio“, die Mozart 1776 für die Oper „Arsace“ des Komponisten Michele Mortellari geschrieben hat. Auf der klassischen Klarinette zieht Meyer zwischendurch dann immer wieder alle brillanten Register - wie in der Bravourarie „No, che non sei capache”, die Mozart 1783 für die Oper „Il curioso indiscreto” von Pasquale Anfossi komponierte.
Mit diesen Arien-Perlen, die in ihrer Originalgestalt heute kaum zu hören sind, hat Sabine Meyer das Klarinettenrepertoire Mozarts um wertvolle Stücke erweitert. Auch dank der gefühlvollen Arrangements erweist sie sich gerade mit ihrem empfindsam schönen Spiel als würdige Nachfolgerin des legendären Klarinettisten Anton Stadler, für den Mozart seine großen Klarinettenwerke geschrieben hat. Schließlich konnte Stadler laut Zeitgenossen mit seinem Spiel nicht nur die „menschliche Stimme täuschend nachahmen“. Sein Klarinettenton war „so weich, so lieblich, dass ihm niemand widerstehen kann, der ein Herz hat!"
Rezensionen:
Kulturradio rbb
http://www.kulturradio.de/programm/musik/cd_der_woche/Mozart-Arias.html
BR
http://www.br.de/radio/br-klassik/sendungen/piazza/cd-tipp-meyer-mozart-arias100.html


Mit diesen Arien-Perlen, die in ihrer Originalgestalt heute kaum zu hören sind, hat Sabine Meyer das Klarinettenrepertoire Mozarts um wertvolle Stücke erweitert. © Christian Ruvolo
Bild 2: Album "Mozart Arias" © Sony Classical