Johann Sebastian Bach – dieser Name steht für perfekte Harmonie der Welt, für allumfassendes Ineinandergreifen der Klänge. Der lettische Komponist Peteris Vasks wiederum gilt als einer der großen Musikschöpfer, die Bachs Prinzipien auf das 21. Jahrhundert übertragen.
Der Geiger Renaud Capuçon sorgt auf seinem neuen Album für eine faszinierende Begegnung der beiden Komponisten – und das erstmals als Solist und Dirigent zugleich. Neben zwei berühmten Violinkonzerten von Bach stellt er Peteris Vasks‘ Violinkonzert Tālā gaisma (Fernes Licht). Der 1944 geborene Vasks gehört wie sein Kollege Arvo Pärt zu den Kompo- nisten, die in der lange Zeit allzu sehr von Rationalität geprägten Moderne einen ewigen Geist der Musik wiederentdeckten – und damit einen Weg weiterverfolgen, der unmittelbar auf den großen Meister der „Klangkathedralen“ Bach zurückgeht.
Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht
„Die Musik beider Komponisten verbindet eine große Reinheit ", sagt Renaud Capuçon, der übrigens mit diesem Album in gewisser Weise auch zu seinen Wurzeln zurückkehrt: Bachs a-moll-Konzert war das erste Violinkonzert, das der Solist jemals spielte. „Es ist meine Absicht, mit meiner Musik der Seele Nahrung zu geben", sagt Peteris Vasks über seine Arbeit. „Viele Menschen besitzen heute keinen Glauben, keine Liebe, keine Ideale mehr. Die spirituelle Dimension ist verlorengegangen.“ Oft sind es Naturphänomene, deren Eindruck Vasks als thematische Inspiration für seine Werke dient – im Fall seines 1997 uraufgeführten Violinkonzerts der nächtliche Himmel mit seinen funkelnden Sternen: Ein Symbol für die Ewigkeit.
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Der Geiger Renaud Capuçon sorgt auf seinem neuen Album für eine faszinierende Begegnung der beiden Komponisten Bach und Vasks. © Paolo Roversi
Album "Distant Light" © Warner Classics