Auf seinen CDs für Sony Classical hat der russische Pianist und Echo Klassik-Preisträger Nikolai Tokarev immer wieder Werke gespielt, die eng mit dem Namen des Jahrhundertpianisten Vladimir Horowitz verbunden sind. So hat Tokarev neben Klavierkonzerten von Tschaikowsky und Rachmaninow auch die von Franz Liszt stammende Klavier-Transkription „La Campanella“ aufgenommen.
Für seine neue Solo-CD „Homage to Horowitz“ hat er jetzt Stücke von Komponisten ausgewählt, die ebenfalls zum Kernrepertoire der 1989 verstorbenen Klavierlegende gehörten. Dazu gehören Sonaten von Domenico Scarlatti wie Piècen von Chopin und Skrjabin. Mit der Aufnahme verbeugt sich Tokarev vor einem Künstler, dessen Spiel er bereits in ganz jungen Jahren dank der elterlichen Schallplattensammlung kennenlernte. Die CD ist zudem eine Referenz an die russische Klavierschule, aus der er wie Horowitz stammt. „Die russische Klavierschule fordert das optimale Gleichgewicht zwischen dem Intellekt und dem Gefühl“, so Tokarev. „Wobei man bei der Anschlagskultur stets auf einen abgerundeten, singenden und romantischen Klang achten sollte.“
Konzerte in Deutschland
Sein Rezital beginnt mit drei hochvirtuosen Cembalo-Sonaten des Neapolitaners Scarlatti, den Horowitz 1964 mit einer Einspielung endgültig für den modernen Flügel entdeckte. Mit drei eher unbekannteren, ebenfalls anspruchsvollen wie galanten Klaviersonaten von Domenico Cimarosa erinnert Tokarev an den Einfluss der italienischen Klassik auf die russische Klavierschule. Mit drei sehnsuchtsvollen Mazurken des Polen Frédéric Chopin schlägt er einen Bogen zu dem Russen Alexander Skrjabin, der sich Ende des 19. Jahrhunderts auch in seinen berühmten Klavieretüden von Chopin beeinflusst zeigte. So soll Skrjabin ihn einmal als „Freund und Bruder“ bezeichnen haben.
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Zählten die beiden eingespielten Etüden zu Horowitz´ Lieblingsstücken von Skrjabin, so startete er seine internationale Schallplattenkarriere mit Franz Liszts effektvoller Fantasie über zwei Themen aus Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“. Diesem Bravourstück stellt Tokarev ein nicht weniger virtuoses Werk jüngeren Datums gegenüber. Es ist die 2011 geschriebene „Liszt-Fantasy“ des russischen Komponisten und Pianisten Alexander Rosenblatt, mit dem Tokarev eine enge künstlerische Freundschaft verbindet. Seine auch leicht mit Jazz-Rhythmen spielende „Liszt-Fantasy“ hatte Rosenblatt anlässlich des 200. Geburtstags von Franz Liszt geschrieben und dafür Liszts berühmte Ungarischer Rhapsodie Nr. 2 cis-Moll verarbeitet.
Konzerte:
12.02.2014 Ingolstadt, Konzertverein
13.02.2014 Straubing
18.02.2014 Stuttgart, Liederhalle
14.03.2014 Friedrichshafen, Graf-Zeppelin-Haus
15.03.2014 Mannheim, Rosengarten
21.03.2014 Aachen, Eurogress
23.03.2014 Regensburg
24.03.2014 Nürnberg, Meistersingerhalle
26.03.2014 München, Herkulessaal


„Die russische Klavierschule fordert das optimale Gleichgewicht zwischen dem Intellekt und dem Gefühl“, so Tokarev. © Felix Broede
Bild 2: Album "Homage to Horowitz" © Sony Classical