Gesellschaft Freunde der Künste
Ein ganz gewaltiges Stück

Musik Klassik: Der Dresdner Kreuzchor veröffentlicht das Album "Ein deutsches Requiem" von Brahms

„Ein deutsches Requiem“ ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und faszinierend. Auch der Dresdner Kreuzchor ist dem chorsinfonischen Werk „verfallen“, und so gehört die Aufführung von Brahms’ Meisterwerk in der Kreuzkirche zur jährlichen Tradition des berühmten Knabenchors.

Das Requiem zählt zu den persönlichsten musikalischen Äußerungen des Komponisten und ist ein Stück, das einst mit Konventionen brach. Brahms, der bereits in jungen Jahren an dieser Trauermusik arbeitete, schuf kein Requiem im traditionellen Sinne. Für seine Zeit fast schon revolutionär löste er sich von der tradierten Form der katholischen Totenmesse und wandte sich den Menschen zu. Für ihn war Trost der Hinterbliebenen, nicht Totenklage, der zentrale Gedanke. Mit der Vertonung von selbst ausgewählten Bibeltexten machte er den Trauernden Mut, und das auf so eindrucksvolle Weise, dass die Komposition die Menschen bis heute in ihren Bann zieht.

Clara Schumann bezeichnete das Requiem einst als „ein ganz gewaltiges Stück, [es] ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig Anderes“ und kennzeichnete es mit der Formulierung „tiefer Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie“, die man geradezu als Motto des Werkes bezeichnen könnte. Dieses Requiem zu musizieren, „gibt ein die Seele warm erfüllendes Gefühl“, sagt Roderich Kreile, musikalischer Leiter des Kreuzchors. „Das Ausloten der größten Kunstwerke der Menschheitsgeschichte erbringt immer wieder neue Erkenntnisse.

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So auch beim Brahms-Requiem“, begründet er seine anhaltende Motivation. Der Kreuzkantor teilt sie mit den „Jungs“, bei denen das Werk „zu den beliebtesten und in jeder Hinsicht am meisten geschätzten Werken“ zählt.
Diese CD präsentiert eine Live-Aufnahme in der Dresdner Kreuzkirche aus dem vergangenen November. Die Knabenstimmen des Kreuzchors, der zu den künstlerisch höchst anerkannten Ensembles seiner Art gehört, passen hervorragend zu diesem modernen Requiem und verleihen ihm darüber hinaus eine besondere und bewegende Klangfarbe. Unterstützt wird der Kreuzchor von dem Vocal Concert Dresden, das für seine emotionale Strahlkraft bekannt und geschätzt ist, und der Dresdner Philharmonie.

Mit Sibylla Rubens und Daniel Ochoa wird die Aufnahme durch zwei hochkarätige Solisten bereichert.

JOHANNES BRAHMS (1833–1897)

Ein deutsches Requiem, op. 45
01 Selig sind, die da Leid tragen
02 Denn alles Fleisch, es ist wie Gras
03 Herr, lehre doch mich
04 Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
05 Ihr habt nun Traurigkeit
06 Denn wir haben hier keine bleibende Statt
07 Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben

Dresdner Kreuzchor

Vocal Concert Dresden

Sibylla Rubens, Sopran

Daniel Ochoa, Bariton

Dresdner Philharmonie

Roderich Kreile, Leitung

 

 

 

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