Gesellschaft Freunde der Künste
Florentina Holzinger - Mond

Kein Ausweg aus dem Goldenen Käfig in Jordanien, in Mond von Kurdwin Ayub

Die kurdisch-österreichische Regisseurin Kurdwin Ayub schickt Brachial-Choreographin Florentina Holzinger als Personal Trainer zu steinreichen Töchtern in Jordanien - deren Ausbruch aus dem Goldenen Käfig misslingt.

Ein Culture-Clash-Thriller eigener Art.

(Kinostart: 27.3.) Kein Ausweg aus dem Goldenen Käfig in Jordanien – auch wenn die Fluchthelferin eine versierte Kampfsportlerin ist.

Die Extrem-Choreographin Florentina Holzinger hadert mit ihrer Hauptrolle als Personal Trainer; Regisseurin Kurdwin Ayub inszeniert das als unkonventionellen Thriller.

Die ersten Minuten von „Mond“ scheinen endlos zu sein, so zäh und brutal ist der Kampf.

Bei Mixed Martial Arts – einer Disziplin, bei der Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten fast regelfrei erlaubt sind – treffen die Kämpferinnen oder Kämpfer in einem käfigartigen Oktogon aufeinander; das brutale Spektakel wird auch cage fight genannt.

Nach ihrer qualvollen Niederlage ist das Ende der Karriere von Sarah (Florentina Holzinger) als cage fighter besiegelt.

In diesem Nischensport gilt die Wienerin zwar als Legende, aber sie muss feststellen, dass ihr das fürs weitere Leben nicht viel bringt. Ihr Geld verdient sie fortan als Trainerin.

Nun muss sie sich mit jungen Mädchen herumschlagen, die der aktuelle Internet-Hype zum Kampfsport gelockt hat. Sie interessieren sich vor allem dafür, ob die antrainierten moves in den Sozialen Medien gut aussehen

Jobangebot aus Jordanien

Auch privat gibt es für Sarah kaum Lichtblicke. Ihre Freunde lachen über die ewig gleichen Witze, und ihre Schwester verspießert nach der Familiengründung zusehends.

Einen Ausweg scheint ein Jobangebot aus Jordanien zu bieten. Auch hier begeisterten sich junge Frauen neuerdings für Kampfkunst, versichert ihr superreicher Arbeitgeber in spe beim Vorstellungsgespräch über Zoom.

Seine drei jüngeren Schwestern sollen deshalb eine Privatlehrerin bekommen. Sarah zögert nicht lange.

Diffuse Bedrohung in jeder Szene

Ihre Ankunft in Amman hat etwas von „Lost in Translation“; in dieser Tragikomödie mit Bill Murray und Scarlett Johansson spießte Regisseurin Sofia Coppola 2003 missglückende interkulturelle Kommunikation auf – allerdings mit besänftigendem Humor, der in „Mond“ fehlt.

Der Chauffeur, der Sarah von ihrem Luxushotel zum noch luxuriöseren Anwesen der Familie bringt, antwortet auf der langen Fahrt auf keine ihrer Fragen. Es bleibt unklar, ob er so instruiert wurde, oder sie einfach nicht versteht.  

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Mond (offizieller Trailer) | Der neue Film von Kurdwin Ayub | mit Florentina Holzinger