Gesellschaft Freunde der Künste
Frühwerk der weltweit gefeierten Star-Choreografin

Hessisches Staatsballett zeigt Sharon Eyals „Corps de Walk"

Im Juni wurde das Hessische Staatsballett in der Kritiker*innenumfrage des Fachportals Tanznetz auf Platz 2 der Spitzen-Ensembles im deutschsprachigen Raum gewählt.

Am Samstag, den 6. September um 19:30 Uhr eröffnet die Kompanie ihre Spielzeit im Großen Haus mit dem Werk einer der wichtigsten zeitgenössischen Choreograf*innen der Gegenwart: Sharon Eyal.

Mit „Corps de Walk“ präsentiert das Hessische Staatsballett ein Frühwerk der weltweit gefeierten Star-Choreografin.

Es entstand 2011 als Auftragswerk für die norwegische Nationalkompanie für zeitgenössischen Tanz, Carte Blanche, deren künstlerischer Leiter Ballettdirektor Bruno Heynderickx zu dieser Zeit war.

Heynderickx hatte das Stück bei der damals noch nahezu unbekannten Choreografin in Auftrag gegeben:

„Ich habe schnell erkannt, dass die Arbeiten dieser Choreografin sehr besonders sind. ‚Gehen ist das neue Tanzen‘, sagte Sharon damals zu mir“, erinnert sich Heynderickx.

„Für mich ist „Corps de Walk“ der Anfang von einem Trend. Mit diesem Stück hat Sharon Eyal einen Stilwechsel vollzogen – viel der für sie charakteristischen Kreationsweise ist hier bereits zu erkennen.“

Zeitgleich mit der Entwicklung der Choreografie entstand in Zusammenarbeit mit Technokünstler Gai Behar und DJ Ori Lichtik im Tanzstudio die Musik zum Stück.

Inspiriert von den großen Gruppenszenen des klassischen Balletts, zu dem Sharon Eyal eine starke Affinität hat, setzt sie diesen eine zeitgenössische Vision entgegen:

In androgynen Cyborg-ähnlichen Outfits bewegen sich die Tänzer*innen zu elektronischen Beats kollektiv durch den Raum.

„Für mich ist das Stück auch eine Reflexion über unsere Gesellschaft“, sagt Bruno Heynderickx. „Wir sind gefügt in ein System.

In der Choreografie gibt es immer wieder Tänzer, die ausbrechen aus der Formation. Im ersten Musikstück gibt es eine Zeile „I know sometimes the world is wrong“ – ein Zitat, das nicht besser in unsere Gegenwart passen könnte.“

Sharon Eyal (Choreografie)

Seit 2005 arbeitet Sharon Eyal mit Gai Behar zusammen.

Gemeinsam gründeten sie 2013 das Ensemble S-E-D (vormals L-E-V), mit dem sie für die renommiertesten Bühnen und Festivals weltweit kooperieren, wie The Joyce Theatre in New York City, Jacob’s Pillow in Massachusetts, Sadler’s Wells in London, das Montpellier Danse Festival in Frankreich sowie Julidans in Amsterdam.

Darüber hinaus hat sie Werke für führende Kompanien weltweit geschaffen, darunter „Jakie“ und „Into the Hairy“ mit S-E-D für das Nederlands

Dans Theater, „2 Chapters Love“ für das Staatsballett Berlin sowie „ima“ und „SAABA“ für die GöteborgsOperans Danskompani.

Für ihre choreografische Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, so etwa mit dem FEDORA – Van Cleef & Arpels Prize for Ballet 2017 oder dem deutschen Theaterpreis DER FAUST 2018.

Im Jahr 2023 erhielt sie in Frankreich den Titel „Officières de l’ordre des arts et des lettres“.