Gesellschaft Freunde der Künste
Ausstellung in Köln

Fotopreis der Michael-Horbach-Stiftung geht an den spanischen Fotograf und Filmemacher Pep Bonet

In der Ausstellung Hell & Heaven zeigt er in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung eine Auswahlseiner Arbeiten der vergangenen Jahre. Pep Bonet beschäftigt sich mit der globalen Ungleichverteilung.

Seine Fotografien zeigen Menschen in verschiedenen unterentwickelten Ländern und die dortigen Defizite. Sie erzählen von Menschen, die Opfer von Kriegen, Naturkatastrophen oder gesellschaftlichen Konventionen geworden sind. Menschen aus Randgruppen, moderne Sklaverei, Zwangsprostitution und Kinderarbeit sind zentrale Themen in Pep Bonets fundierten Foto- und Filmprojekten.

Pe Bonet mit Fotopreis der Horbach-Stiftung ausgezeichnet

Pep Bonets Arbeiten handeln sowohl von Einzelschicksalen als auch von Menschen, die das gleiche Leid teilen. Es sind Menschen, die am Abgrund ihres Lebens stehen oder den Boden unter den Füßen bereits verloren haben – sich bereits in der „Hölle“ befinden. Bonet hinterfragt die Begriffe Himmel und Hölle und stellt sie einander dialektisch gegenüber – wie das Gute und das Böse. Doch was aus westlicher Sicht infernal ist, kann für die  Portraitierten der „Himmel“ sein. Dies kann selbst dann der Fall sein, wenn man als Kind zur Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen gezwungen wird, wie die Arbeiten aus Bangladesch zeigen. Dabei bedeutet der „Himmel“ für diese Menschen lediglich das nackte Überleben, nicht Verhungern zu müssen.

Enthüllt die Ausweglosigkeit der Menschen

Viele Bilder transportieren eine unabdingbare Erbarmungslosigkeit und Gewalttätigkeit. Einige fordern die Betrachter heraus: Ihre formale Ästhetik steht im krassen Gegensatz zum Inhalt und sie erscheinen darum auf den zweiten Blick umso grausamer. Andere Fotografien wiederum sind Dokumentationen von Anonymität und Trostlosigkeit und enthüllen erzählerisch die Ausweglosigkeit der Menschen aus ihrer jeweiligen Situation auf subtilere Weise.

Pep Bonets Werk wurde mit vielen Auszeichnungen gewürdigt

So wurde er zum Kodak Young Photographer des Jahres 2003 ernannt, die Luchetta Foundation in Triest wählte ihn zum besten Pressefotografen des Jahrs 2004 und er erhielt im Jahr 2005 den W. Eugene Smith Humanistic Grant in Fotografie. Darüber hinaus wurde er, zusammen mit dem Altamar-Team, in den Jahren 2007, 2009 und 2013 mit insgesamt drei World Press Awards bedacht.

Pep Bonet hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und seine Arbeiten sind in Ausstellungen auf der ganzen Welt zu sehen.

Supplement: 
Flüchtlingszelte von Josef Hack

Parallel zur Ausstellung macht Josef Hack durch seine Aktion Bewohnbare Bilder, in der er seine Gemälde auf Zeltplane in Notunterkünfte umwandelt, auf die weltweite Situation von Flüchtlingen aufmerksam. Sein Projekt war u.a. vor dem Reichstag in Berlin und in der Kunststation St. Peter in Köln zu sehen. Er stellt zehn seiner kleinen Zelte in Raum 2 und zehn im Außenraum auf.

Ausstellung in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung

Wormser Straße 23, 50677 Köln
Vernissage: 1. Mai 2015, 11 Uhr
(Ausstellungsdauer: 1. Mai – 15. Juni 2015)

presse@michael-horbach-stiftung.de