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Es kann nur einen Gewinner geben

"Die Tribute von Panem" - Neue Heldinnen braucht das Land

Die Szenerie - ein brutaler diktatorischer Überwachungsstaat namens Panem. Um der unterdrückten Bevölkerung die staatliche Macht zu demonstrieren, werden jährlich Hungerspiele veranstaltet, ein im live Fernsehen übertragener Wettbewerb, bei dem sich die jugendlichen Teilnehmer bis zum Tod bekämpfen.

Diese sogenannten Tribute werden aus den zwölf einzelnen für sich abgeschotteten Distrikten des Staates ausgelost, jeweils ein Junge und ein Mädchen. Am Ende kann es nur einen Gewinner geben. Um ihre als Tribut ausgewählte Schwester vor einem tödlichen Schicksal zu bewahren, meldet sich die siebzehnjährige Katniss Everdeen freiwillig für die Teilnahme.

Mit Mut und Geschick

Mit Mut und sehr viel Geschick gelingt ihr letztlich der Sieg. Bereits während ihres Kampfes wird sie zu einer neuen Symbolfigur der Hoffnung und bringt ungewollt eine Rebellion in Gang, welche sie später jedoch aktiv mit anführt.

Die Film-Trilogie "Die Tribute von Panem" basiert auf der Romanreihe der US-amerikanischen Autorin Suzanne Collins, deren einzelne Romane weltweit zu Bestsellern wurden und auch als Hörbücher erhältlich sind. Obwohl es natürlich Unterschiede zwischen den Büchern und den entstandenen Hollywood-Blockbustern gibt, wurde die literarische Vorlage doch gut umgesetzt und originalgetreu gehalten.

Die Entwicklung und der Einfluss der Hauptfigur

Zweifelsohne, Katniss Everdeen ist keine typische Hollywoodheldin. Sie dient weder dazu, einem männlichen Hauptdarsteller mehr Glanz zu verleihen noch wird sie im Verlauf der Handlung zum Bestandteil einer diese dominierenden Romanze.

Deshalb ist es teilweise schwierig, Katniss Everdeen mit anderen weiblichen Blockbuster-Figuren wie beispielsweise Bella Swan aus der "Twilight"-Reihe zu vergleichen, da diese immer noch vermehrt einer dieser Entwicklungen folgen und neben all ihrer Stärke häufig auch durch ihr Sex-Appeal oder weibliche Verletzlichkeit glänzen müssen.

Katniss ist selbstständig und durchsetzungsstark und trotzdem zeitweise geplagt von Ängsten und Zweifeln, eben einfach nur menschlich. Ihre Figur entschlüpft den stereotypen Geschlechterrollen und bietet eben darum großes Identifizierungspotenzial und eine Vorbildfunktion.

Sie wird nicht nur in jungen Jahren zur Heldin, sondern ist zuvor auch bereits Versorgerin ihrer Familie und deren Oberhaupt. Sie ist Vorbild dafür, sich auch unter schwierigen Umständen zu behaupten.


Die Identifizierung bleibt jedoch nicht nur auf diedurch Schauspielerin Jennifer Lawrence verkörperte Hauptrollebeschränkt. Auch die politische Komponente, in einer Zeit, in der bestehende Institutionen durch Vertrauensverlust infrage gestellt werden, spielt hier eine große Rolle.

Die klassischen erwachsenen Vorbilder sind in Panem nicht existent, da sie ebenso Gefangene des diktatorischen Systems sind und weder Stabilität noch Verlässlichkeit bieten können. Somit wird auch die Unsicherheit einer neu heranwachsenden Generation aufgegriffen.

Obgleich im Plot selbstverständlich in Form einer brutalen gesellschaftlichen Utopie dargestellt, so gibt es auch weitere erkennbare Parallelen. Beispielsweise die Art wie Ereignisse von den Massenmedien zu bunten Spektakeln ausgeschmückt werden und die damit einhergehende Abstumpfung der Zuschauer.

Die aktuelle Relevanz der "Panem"-Trilogie im gesellschaftlichen Kontext

"Die Tribute von Panem" zeichnen sich durch eine spannend erzählte Geschichte mit vielen gesellschafts- und Medien reflektierenden Aspekten aus und bieten darüber hinaus eine ungewohnte Form einer Heldin, die in vielerlei Hinsicht, wenn auch nicht unkritisch als Vorbild angesehen werden kann. Dies zusammengenommen definiert den Erfolg der Romane und Filme, welche bis heute bereits zahlreiche Menschen, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, begeistert haben.

Fiktion oder Realität?

In einem Interview im Rahmen der Promotion für den letzten Hunger Games-Spielfilm hat sich der weltbekannte Schauspieler Donald Sutherland (er verkörpert in der Filmreihe den Präsidenten Coriolanus Snow) nicht regelkonform geäußert.

Er sagte: "Es geht um die Hintergrundmächte in den Vereinigten Staaten von Amerika. Es sind Profiteure. Kriege werden um Profit geführt. Es geht nicht darum, die Welt der Demokratie wegen zu retten. Nein, Bullshit, es geht um den Profit der oberen 10 Prozent. Und die jungen Menschen, die diesen Film sehen müssen begreifen, dass blindes Vertrauen in ihre Führer in Zukunft – wie Bruce Springsteen gesagt hat – dich fertig machen wird."

 

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