Gesellschaft Freunde der Künste
Interessant ist Sandra Hüller abschneiden wird

Die Oscars 2024 – Anatomie einer weiblichen Erfolgsgeschichte

Der aktuelle 96. Jahrgang ist einer der wichtigsten und spannendsten in der Geschichte der Academy Awards. Es sind viele starke Filme nominiert, die vor allem durch die kreativen Leistungen von Frauen getragen werden.

Und mit Justine Triet ist wieder eine Frau für Beste Regie nominiert. Besonders interessant ist dabei, wie Sandra Hüller abschneiden wird – sie ist sowohl als beste Darstellerin für ANATOMIE EINES FALLS nominiert als auch die herausragende Hauptdarstellerin in dem ebenfalls nominierten ZONE OF INTEREST. 

Und natürlich drücken wir İlker Çatak und Wim Wenders fest die Daumen: Beide sind für den besten Internationalen Film nominiert, Wenders mit PERFECT DAYS, Çatak mit DAS LEHRERZIMMER.

Mit bescheidenem Stolz möchten wir in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass beim wichtigsten Filmpreis der Welt wieder viele Filme vertreten sind, die bereits bei uns liefen, bzw. ausgezeichnet wurden:

PERFECT DAYS von Wim Wenders, FOUR DAUGHTERS von Kaouther Ben Hania, PAST LIVES – IN EINEM ANDEREN LEBEN von Celine Song, THE HOLDOVERS von Alexander Payne, MAY DECEMBER von Todd Haynes und natürlich ANATOMIE EINES FALLS von Justine Triet. 

Jetzt schon sehen, was morgen wichtig ist: Unser Motto trifft besonders gut zu auf ANATOMIE EINES FALLS, der bei uns letztes Jahr mit dem Filmpreis Köln ausgezeichnet wurde.

Hauptdarstellerin Sandra Hüller verlieh ihn als Überraschungsgast an Regisseurin Justine Triet. Und Hüller selbst wiederum wurde bei uns bereits 2020 mit dem Best International Actors-Award geehrt. 

Der Film gilt als Musterbeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zweier Frauen, die unbeirrt ihrer Vision folgen und für ein Kino stehen, das sich statt spektakelhafter Schauwerte eher einer Ergründung der menschlichen Seele verschreibt.

Wann immer die Presse von diesem Film, Justine Triet oder Sandra Hüller schwärmt, wird unweigerlich thematisiert, inwieweit die Nominierungen einen Durchbruch weiblicher Kreativleistungen in der Filmbranche bedeuten.

Tatsächlich sind die Oscars dafür ein guter Gradmesser, denn sie sind halbwegs repräsentativ für das Filmschaffen der überwiegend westlichen Welt. Und da fällt die Bilanz eher ernüchternd aus:

Inklusive der diesjährigen Nominierung für Justine Triet wurden bei 96 Oscarverleihungen lediglich neun Frauen für Beste Regie nominiert. Bislang nur drei von ihnen gewannen den Oscar auch.

Ein gutes Zeichen ist da vielleicht, dass die Nicht-Nominierung von Greta Gerwig für BARBIE für mehr Aufmerksamkeit sorgte, als es eine Nominierung getan hätte.