Gesellschaft Freunde der Künste
Willkommen, Manuschka

Die fünfjährige Löwin Manuschka aus dem Zirkus ist im Schutzzentrum TIERART angekommen

VIER PFOTEN hat erfolgreich die ehemalige Zirkuslöwin Manuschka in seine TIERART Wildtierstation in Rheinland-Pfalz überführt und fordert ein Tierschutzgesetz, das Wildtiere im Zirkus wirklich schützt.

Die ehemalige Zirkuslöwin Manuschka ist wohlbehalten in ihrem neuen vorübergehenden Zuhause angekommen. 

Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat mit Manuschka die letzte Zirkuslöwin des deutschen Zirkus Quaiser übernommen und erfolgreich in die von VIER PFOTEN betriebene TIERART Wildtierstation in Rheinland-Pfalz gebracht. Gestern, am 16. Juli, hat die fünfjährige Löwin ihr neues artgemäßes Gehege bezogen.

Noch immer leiden Wildtiere wie die Löwin Manuschka in deutschen Zirkussen unter nicht artgemäßen Haltungsbedingungen, Dressuren, Auftritten und Transporten, denn bis heute gibt es keine gesetzlichen Regelungen, die Wildtiere im Zirkus wirklich schützen.

„Löwen, Tiger, Elefanten und viele andere Wildtierarten leiden unermesslich, um Menschen bei Laune zu halten.

Sie leben auf engstem Raum und werden ständig von einem Ort zum nächsten getrieben. Die Tiere werden gezwungen, Kunststücke vorzuführen, die ihrem natürlichen Verhalten widersprechen und sie in große Not versetzen.

Der Gesetzgeber muss endlich handeln und ein neues Tierschutzgesetz beschließen, das Zirkustiere wirklich schützt.

Deshalb fordern wir die Bundestagsabgeordneten auf, sich im Zuge der Tierschutzgesetznovellierung für ein ausnahmsloses Verbot von Wildtieren in Zirkussen einzusetzen und somit immensem Tierleid entgegenzuwirken", sagt Karina Omelyanovskaya, Kampagnenverantwortliche bei VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN begrüßt, dass Zirkus Quaiser mit Manuschka seine letzte Löwin freiwillig abgegeben und sich bereit erklärt hat, künftig keine Großkatzen mehr in der Manege einzusetzen. 

Für die junge Löwin soll TIERART nicht der endgültige Aufenthaltsort bleiben.

„Im Herbst wird Manuschka in die Niederlande überführt, um dort im FELIDA Big Cat Sanctuary von VIER PFOTEN ein artgemäßes Leben unter weiteren Löwen zu führen.

Das Expert:innen-Team plant, Manuschka mit einem anderen Löwen zu vergesellschaften.

Bis dahin werden wir sie bestmöglich versorgen, damit sie sich einleben kann", sagt Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und stellvertretende Betriebsleiterin der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN.

Großkatzen im Zirkus

In Zirkusbetrieben gehören Tiger und Löwen zu den am häufigsten transportierten Wildtierarten, da sie für Zirkusunternehmen immer noch leicht zu erwerben sind und sich auch unter schlechten Haltungsbedingungen vermehren.

Besonders problematisch ist die schlecht gesicherte Haltung in Zirkussen und das Training von Großkatzen, da dies auch ein hohes Sicherheitsrisiko bedeutet.

Mehrere Trainer oder unbeteiligte Dritte in Zirkussen im In- und Ausland sind in den vergangenen Jahren durch Großkatzen verletzt oder sogar getötet worden.

Hinzu kommt, dass den Tieren teilweise unphysiologische Bewegungen abverlangt werden, wie zum Beispiel das Laufen auf den Hinterbeinen.

Um sie auf den Menschen zu prägen, werden Großkatzenbabys zudem oft schon in sehr jungem Alter systematisch von ihren Müttern getrennt.

Fehlender Schutz für Wildtiere in Deutschland

Löwen sind unter den Großkatzen die sozialsten Tiere und leben in Rudeln mit bis zu 30 erwachsenen Tieren und deren Nachwuchs auf einem Territorium von mehreren hundert Quadratmetern.

Dies steht im krassen Gegensatz zu den grausamen Bedingungen in Zirkussen, die den natürlichen Bedürfnissen dieser sensiblen Tierart nicht gerecht werden.

Während mehrere europäische, mittel- und südamerikanische Länder die Haltung von Wildtieren in Zirkussen bereits verboten oder eingeschränkt haben, ist sie in anderen Ländern noch legal.

In Deutschland können Großkatzen von Zirkussen immer noch legal in Innengehegen von nur 12m2 gehalten und in engen Waggons (bis zu fünf Tiere auf 24m2) 20 Stunden lang transportiert werden.

VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung auf, mit dem neuen Tierschutzgesetz, das sich derzeit in der Verabschiedung befindet, Wildtiere komplett aus Zirkussen zu verbannen.

Tipps zur Beendigung von Tierquälerei in Zirkussen

Um das Leiden von Wildtieren in Zirkussen zu beenden, bittet VIER PFOTEN jeden Einzelnen: 

  • Boykottieren Sie Zirkusse mit Wildtieren. 
  • Erklären Sie Kindern, warum Tiere im Zirkus leiden.  
  • Melden Sie VIER PFOTEN, wenn Sie von einem Zirkus mit schlechten Bedingungen für Tiere erfahren.