Gesellschaft Freunde der Künste
Der Weg von Leonora Carrington

Der Weg von Leonora Carrington zu sich selbst - in Leonora im Morgenlicht

Wesentlich windungsreicher verlief der Weg von Leonora Carrington zu sich selbst: Als Geliebte von Max Ernst begnügte sie sich nicht damit, seine Muse zu sein.

Im Zweiten Weltkrieg floh sie nach Spanien, kam in die Psychiatrie und emigrierte später nach Mexiko, wo sie als Malerin und Feminismus-Vorkämpferin Erfolg hatte.

Die bemerkenswerte Vita der surrealistischen Künstlerin übersetzt das Regie-Duo Thor Klein + Lena Vurma in "Leonora im Morgenlicht" in anschauliche Bilder ohne Idealisierung.

(Kinostart: 17.7.) Mehr als die Muse von Max Ernst: Die surrealistische Malerin und Autorin Leonora Carrington war ein schwieriger Charakter.

Wie es ihr gelang, Fantasien und Wahnvorstellungen in Kunst zu verwandeln, zeigt anschaulich das Biopic des Regie-Duos Thor Klein und Lena Vurma.

„Ich hatte keine Zeit, die Muse von jemandem zu sein. Ich war damit beschäftigt, gegen meine Familie zu rebellieren und zu lernen, Künstlerin zu werden“, soll Leonora Carrington (1917-2011) gesagt haben.

Was sie darunter verstand, führt das Regie-Duo Thor Klein und Lena Vurma in einem Biopic vor, das nur auf den ersten Blick konventionell anmutet – in vielen Details weicht es angenehm von den üblichen Heldengeschichten ab.

Das beginnt schon am Anfang. Um 1950 fährt Carrington im mexikanischen Regenwald auf Einladung des britischen Sammlers und Mäzens Edward James zu dessen surrealistischem Skulpturengarten „Las Pozas“.

Den gibt es tatsächlich; der Exzentriker und Multimillionär hat ihn mitten im Dschungel sukzessive aufgebaut.

Dass er damals noch längst nicht so üppig und prächtig ausgesehen haben dürfte wie bei James‘ Tod 1984, ist für den symbolträchtigen Einstieg ohne Belang.

Déjà-vu-Effekte in versunkener Stadt

Die Malerin irrt durch ein Labyrinth bizarrer Plastiken und Pavillons, die von saftigem Grün überwuchert werden wie eine versunkene Stadt.

Bei diesem Anblick hat sie Déjà-vu-Effekte; manches erinnert sie an Vorstellungen, die ihre Imagination seit langem heimsuchen.

Genauso teils fasziniert, teils verstört bewegt sie sich später durch eine Abendgesellschaft, die bei James feiert – Damen in farbenfrohen Ballkleidern besingen in blumigen Versen Tod und Verderben.

Kunst+Film-Redaktion

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Leonora im Morgenlicht · Teaser · DF