Gesellschaft Freunde der Künste
Menschen, Masken, Masochismus

Das Lebensgefühl von Regisseurin und Hauptdarstellerin Joanna Arnow

Menschen, Masken, Masochismus: Mit nahezu finnischer Entrücktheit wandelt Regisseurin Joanna Arnow als Hauptdarstellerin ihrer eigenen Tragikomödie durch ein New York, dessen Einwohnern alles Leben abhanden gekommen zu sein scheint – außer beim Sex.

Eine Frau liegt bäuchlings im Bett, ihr rechtes Bein ist um einen Mann gewunden. Sie ist nackt und wach, er schläft unter der Decke.

Die Frau legt sich auf den Mann und beginnt, sich auf und ab zu bewegen. Während er weiterschläft, murmelt sie:

„Nie kümmerst du dich darum, ob ich auch befriedigt werde oder nicht. Dir ist es völlig egal, ob ich komme. Das ist so was von sexistisch und misogyn“.

Irgendwann hört sie auf, sich zu bewegen. Ob sie befriedigt ist, oder auch nur Lust empfunden hat, bleibt unklar.

Alles, was während dieses seltsamen Aktes zu hören war, war das leise Reiben ihrer Haut auf der Decke. In der nächsten Szene wird diese aufdringliche Stille noch lauter.

Nervöse Kaugeräusche, hilflose Gespräche

Die Frau namens Ann (Joanna Arnow) sitzt nun an einem Tisch mit sechs Familienangehörigen. Zu hören sind nur nervöse Kau-Geräusche. Dann sagt Ann zu ihrer Mutter (Barbara Weiserbs):

„Nun ja, herzlichen Glückwunsch“. Die Mutter erwidert: „Es ist nicht mein Geburtstag“. Es folgt eine lange Pause, bevor Ann erneut ansetzt:

„Nun ja, dann alles Gute zum Gedenktag“. Die Mutter seufzt: „Du weißt, dass ich keine Gedenktage feiere“.

Kunst+Film-Redaktion

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer  Datenschutzerklärung.

DIESES GEFÜHL, DASS DIE ZEIT, ETWAS ZU TUN, VORBEI IST | Trailer | deutsch/german