Gesellschaft Freunde der Künste
Hessisches Staatsballett - Fokus TanzNah

Das Hessische Staatsballett präsentiert mit „Fokus TanzNah“ Arbeiten regionaler Tanzschaffender

Mit dem Format „Fokus" lädt das Hessische Staatsballett immer wieder Gastspiele zu interessanten thematischen Schlaglichtern ein.

Von Samstag, den 13. bis Samstag, den 20. Dezember 2025 heißt es bei „Fokus TanzNah" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden nun: Bühne frei für die regionale Freie Tanzszene.

Zwei abendfüllende Produktionen zeigen die neuesten Werke etablierter, in Wiesbaden lebender Choreografen, an zwei weiteren Abenden geben Künstler*innen und Kollektive aus Wiesbaden, Mainz und Frankfurt Einblicke in neu entstehende Stücke und Tanzprojekte.

Alle Vorstellungen finden in der Wartburg statt.

Fokus TanzNah eröffnet am Samstag, den 13. Dezember um 19:30 Uhr in der Wartburg mit der Produktion „Lebenslicht“ des aus Australien stammenden Tänzers und Choreografen Matthew Tusa.

Die generationsübergreifende Performance mit Paige Perry, Verena Wilhelm – beide aktive Tanzpädagoginnen im Wiesbadener Raum – delta RA'i und Carlos Díaz sowie LiveMusik von Sung-Eun Lee und Johannes Gutmann, beschäftigt sich auf sensible Weise mit dem Tod.

Inspiriert von den bewegenden Geschichten auf der Palliativstation und den Einblicken, wie sich Menschen mithilfe der Musiktherapie in ihren letzten Lebensphasen öffnen, taucht es tief in die Gefühlswelten ein.

Matthew Tusa hat für Opern- und Tanz-Kompagnien in Österreich, Deutschland, den USA und Australien gearbeitet und als Tänzer verschiedene Arbeiten für das Ballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden kreiert.

Eine zweite Vorstellung findet am Sonntag, den 14. Dezember um 18:00 Uhr statt.

Mit „Oda al Libro“ vom internationalen Totalitarian Body Kollektiv hat der russische Choreograf Anton Rudakov eine poetische Hommage an das geschriebene Wort geschaffen.

In einer Landschaft aus ausgelesenen Büchern begegnen sich Tanz, Gesang und Cello zu einer Reflexion über Erinnerung, Wissen und Identität. Countertenor Bas Van Damme, Cellistin Anna Agnes Nagy, Tänzer Alekszandr Szivkov und Hiphop-Artist Miracle Laackmann kreieren einen Abend, der zum Nachdenken, Mitfühlen und Mitwirken einlädt.

Zu erleben am Dienstag, den 16. Dezember um 19:30 Uhr in der Wartburg.

Eine ganze Bandbreite choreografischer Vielfalt der Region präsentiert das Format „Work in Progress“ am Freitag, den 19. und Samstag, den 20. Dezember jeweils um 19:30 Uhr in der Wartburg.

Die Neukreation „(Of) Classical Nature“ (nur am 19. Dezember) des Mainzer EDGE Dance Project e.V. erforscht Verbundenheit – mit sich selbst, mit anderen Menschen oder mit etwas, das größer ist als wir.

Dabei trifft Nähe auf Isolation, Spannung auf Lösung, und Vertrauen auf Ungewissheit. Das EDGE Dance Project e.V. ist eine junge freie Tanzkompanie für zeitgenössischen und neoklassischen Tanz.

Es tanzen Zoe de Torres Curth, Maria Muñiz, Manon Veenstra und Lucía Valero.

Im Stück „issa“ erforschen die Frankfurterin Pauline Michel und Miranda Rivière (geb. in Urbino, Italien) – zugleich Choreografinnen und Tänzerinnen – spielerisch die Schwerkraft und Zentrifugalkräfte:

Zwei Menschen auf der Bühne – nicht nur in Beziehung zur „Mutter Erde“, sondern auch zueinander. Sie spielen mit ihrer Anziehung, ihrer Abstoßung und ihren Sehnsüchten. Außerdem zeigen zwei Tänzer des Hessischen Staatsballetts an diesem Abend ihre choreografischen Fähigkeiten:

„When We Collide“ von Alessio Damiani erforscht den Abdruck einer Umarmung – einer, die ersehnt, erinnert und verzweifelt gebraucht wird. Es beginnt mit Abwesenheit: einer fehlenden Umarmung.

Im Verlauf der Bewegung wird die Suche nach dieser verlorenen Verbindung zunehmend dringlich, beinahe unerträglich.

Was als sanfte Erinnerung beginnt, wird zu einer Notwendigkeit – einem körperlich spürbaren Verlangen…

Es tanzen Enzo Boffa und Alessio Damiani. Marcos Novais ergründet in seinem Solo „AS THE WIND TAKES ME“ eine andere Urgewalt:

„Ich spüre, wie mein Körper übernommen wird, vom Boden gehoben wie ein Blatt, das der Wind trägt. Es […] trägt mich höher. […]

So wie auch die Emotionen in mir aufsteigen und sich entfalten...“ Die Abende „Lebenslicht“ am Sonntag, den 14. Dezember und „Work in Progress“ am Freitag, den 19. Dezember werden von einem Nachgespräch begleitet.