Die Reize der Skulpturen von Constantin Brancusi sind höchst subtil: Er reduzierte Formen aufs Wesentliche und Elementare. Doch sein
Œuvre ist hierzulande wenig bekannt, denn deutsche Museen haben kaum Werke von ihm. Dem Superstar-Bildhauer der klassischen Moderne widmet jetzt die Neue Nationalgalerie in Berlin eine große Retrospektive:
Die werkgerechte Präsentation macht deutlich, wie wegweisend das Vorgehen von "Brancusi" war - und er ein begnadeter Selbstdarsteller.
Der abwesende Superstar: Constantin Brancusi ist einer der bedeutendsten Bildhauer der Moderne, doch hierzulande sind seine Werke rar.
Nun präsentiert die Neue Nationalgalerie die erste große Werkschau seit 50 Jahren – 150 einzigartig stilisierte Skulpturen eines Einzelgängers, der sich brillant in Szene setzte.
Es gibt Künstler von Weltruhm, deren Arbeiten stets als wegweisend gepriesen werden.
Doch sehen kann man sie nur an wenigen Orten; also muss man sich meist mit Abbildungen und anderen Reproduktionen begnügen.
Ein solcher Künstler ist Constantin Brancusi (1876-1957).
In Frankreich, wo er ab 1904 lebte, und in den USA, wo er früh bekannt wurde und gut verkaufte, ist er ein Star:
Er gilt als maßgeblicher Bildhauer der Moderne, der als erster Skulpturen weg vom Figurativen hin zur Abstraktion entwickelte.
In allen anderen Ländern ist Brancusi vorwiegend ein berühmter Name, der unablässig als Referenz zitiert wird – aber an persönlicher Anschauung fehlt es.
Daher ist es eine echte Großtat, dass die Neue Nationalgalerie die erste umfassende Retrospektive in Deutschland seit mehr als 50 Jahren zeigt, mit rund 150 Arbeiten.
Atelier von der Seine an die Spree
In Kooperation mit dem Centre Pompidou, das Brancusis Nachlass verwahrt – die Schließung und Sanierung der Pariser Museums-Maschine bis 2030 erlaubt ihr, so viele Leihgaben bereitzustellen.
Sogar ein Teil des Original-Ateliers, das der Künstler dem französischen Staat vermachte, wurde von der Seine an die Spree transportiert – wobei der Erkenntniswert des Werkzeug-Sammelsuriums begrenzt ist.


Constantin Brancusi: Le Nouveau-Né II, 1927, Edelstahl. Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI, © Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Brancusi: Prinzessin X, Neue Nationalgalerie. Foto: Neue Nationalgalerie/ David von Becker. © Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Constantin Brancusi: Léda, 1926, Polierte Bronze (Sandguss), Neusilber. Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI, © Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026



