Gesellschaft Freunde der Künste
Teamwork in Antwerpen

Bilderflut für gute Bürgerstuben für reiche Sammler, von Pieter Bruegel, Hendrick van Balen und anderen

Dagegen taten sich in Flandern ab 1600 ganze Maler-Familien zusammen, um die Nachfrage nach Kabinettbildern für reiche Sammler zu decken.

Rund 50 davon sind nach Dresden gelangt, viele schmorten lange im Depot.

Nun werden sie in "Teamwork in Antwerpen - Pieter Bruegel, Hendrick van Balen und die anderen" gezeigt - eine gelungene Themenschau in der Gemäldegalerie Alte Meister, nur über Künstler-Kooperation erfährt man nicht viel.

Bilderflut für gute Bürgerstuben: In Flandern bedienten nach 1600 ganze Maler-Dynastien die wachsende Nachfrage vermögender Kunstsammler.

Die Gemäldegalerie zeigt eine beeindruckende Auswahl vor allem aus eigenem Bestand – nur über Künstler-Kooperation erfährt man nicht viel.

All eyes on him: Der Redner steht, weit entfernt und dadurch klein, leicht versetzt in der Bildmitte. Um ihn herum hat sich zwischen zwei Bäumen eine große Menge versammelt, wohl hundert Menschen oder mehr.

Sie sind farbenprächtig und sehr unterschiedlich gekleidet; sogar ein Turbanträger lässt sich ausmachen.

Die meisten lauschen andächtig dem Mann im Zentrum, so dass man von ihnen nur Rücken und Hinterköpfe sieht.

Doch am linken Baumstamm blickt ein Mann aus dem Bild heraus und wendet sich dem Betrachter zu, so dass er ihn quasi ins Geschehen miteinbezieht.

Diese phänomenale „Predigt Johannes des Täufers“ hat Pieter Bruegel d.Ä. (1525/1530-1569) 1566 gemalt; das Original befindet sich heute in Budapest.

Es beeindruckte seine Zeitgenossen so sehr, dass es etliche Male kopiert wurde; immer noch sind sage und schreibe 36 Versionen bekannt.

Eine davon gehört den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und bildet das Prunkstück dieser Ausstellung; dessen Restaurierung wird aufwändig in einem eigenen Raum dokumentiert.

Fast alles aus eigenem Bestand

Aber auch die meisten anderen Exponate – 56 Gemälde, 28 Zeichnungen und Druckgrafiken, dazu kunsthandwerkliche Objekte – stammen aus Dresdener Kollektionen; nur sechs Werke wurden ausgeliehen.

Damit können die SKD fast im Alleingang die Kunstproduktion von Antwerpen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nachzeichnen; mit Arbeiten, von denen viele seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich gezeigt worden sind.

Allerdings verspricht der Titel der Schau mehr, nämlich Einblicke in die Kooperation der dortigen Maler – und die bleiben vage.

Kunst+Film-Redaktion

Copyright Publishing Company Heilwagen GmbH
Angersbachstraße 12
34127 Kassel, Deutschland/ Germany
Tel. +49 – 561 – 80 99 3
Fax. +49 – 561 – 89 83 47