Von fortschreitendem Kräfteverlust handelt "Ernest Cole: Lost and Found".
Der erste schwarze Profi-Fotograf in Südafrika veröffentlichte 1967 den Bildband "House of Bondage" über das Leben und Leiden unter der Apartheid, wurde schlagartig berühmt, musste ins US-Exil gehen und bekam dort keinen Boden mehr unter die Füße.
In seiner Doku verfolgt Regisseur Raoul Peck Coles Werdegang einfühlsam und prägnant - mit einer überraschenden Wendung: 27 Jahre nach seinem Tod 1990 fand man in einem schwedischen Banksafe seinen Nachlass aus 60.000 Negativen.
(Kinostart: 17.4.) Von einem Rassismus zum anderen: Der schwarze Fotograf Ernest Cole wurde 1967 mit Aufnahmen zur Apartheid in Südafrika berühmt, verlor aber im US-Exil den Halt.
Ihm widmet Regisseur Raoul Peck eine so klug montierte wie eindringliche Doku über Leben und Werk.
Im Jahr 1967 veröffentlichte der südafrikanische Fotograf Ernest Cole seinen Fotoband „House of Bondage“.
Mehr als zehn Jahre Arbeit steckten in diesem Werk; in ihm dokumentierte Cole die Apartheid in seinem Heimatland, das die weiße Minderheit eingeführt hatte.
Das System der so genannten Rassentrennung ist voller Verbotsschilder, die reglementieren, welche Zugänge, Parkbänke oder Wasserspender für Weiße und welche für Schwarze bestimmt sind.
Ausweispflicht, Alltagsrassismus, Polizeigewalt und willkürliche Deportationen – auf seinen Fotos machte Cole, selbst schwarz, die Zumutungen für alle Welt sichtbar, denen die schwarze Bevölkerung ausgesetzt war.
In Südafrika wurde das Buch sofort verboten. Cole ging ins Exil in die Vereinigten Staaten, wo er fortan als Staatenloser lebte, da Südafrika ihm die Verlängerungen seines Passes verweigerte.
Exiliert wie Miriam Makeba
Dieses Schicksal teilte er mit anderen Exilanten; etwa der Sängerin Miriam Makeba, die seinerzeit die Rassentrennung vor der UNO anprangerte und damit zur Anti-Apartheid-Symbolfigur wurde – besonders im Ostblock war sie sehr populär.
Coles Biografie verlief anders: Nach kurzer Zeit des Ruhms, während der er auch nach Europa reiste, publizierte er keine weiteren Fotos.
Kunst+Film-Redaktion


Ernest Cole: Mit schwarzen Pendlern überfüllter Bus in Südafrika. Foto: Salzgeber
Ernest Cole: Sitzbank nur für Weiße in Südafrika. Foto: Salzgeber



