Wenn man demnächst mal wieder Freunde auf Besuch oder zum Abendessen eingeladen hat und diese dann fragen: „Hey, was läuft denn hier bei dir für tolle Musik? Lass uns gleich noch feiern gehen“, dann lautet die Antwort wohl vielerorts: „Das ist die Neue von Paskal & Urban Absolutes“.
Auf das ahnungslose Schulterzucken des Bekanntenkreises entgegnet man dann am besten: „Das sind so zwei Typen, die vor gut zwei Jahren von Alex Barck für Sonar Kollektiv gesignt wurden. Bei deren Label-Nights sind sie jetzt übrigens auch die Resident-DJs. Obwohl der eine, Alexander, in Berlin lebt, der andere, Adrian in Düsseldorf, machen sie gemeinsam Musik. Fliegen und fahren also hin und her und so ist dann dieses Album entstanden.“ Und dann empfiehlt es sich, die Platte gleich nochmals von Anfang an zu spielen.
Der Opener „Take The Fall“ zeigt schon mal schön auf, in welche Richtung die Reise mit Paskal & Urban Absolutes gehen wird. Die zuckersüße, versöhnliche Stimme von Pete Josef aus Bristol (eine Hälfte von The White Lamp) heisst einen richtig herzlich willkommen und die Produktion deutet lasziv an, dass wir auf der Treppe zum Clubland stehen. Bereits mit dem nächsten Track „Here Again“ befinden wir uns dann mitten im Auge des Orkans. Paul Randolph (der offizielle Sänger der Jazzanova-Liveband) veredelt einen wahren Dancefloor-Banger, der aber – das ist das grosse Kunststück – ebenso gut zuhause funktioniert. Für „White Walls“ und „Flieg Los“ haben sie Alexa Voss von Neve Naive ans Mikrophon geholt, deren persönlichen Lyrics die wohl zwei poppigsten Songs des Albums zieren. Ein Album reich an Pop-Appeal ohne dabei seinen starken Hang zu elektronischer Tanzmusik zu verbergen – im Sinne von House, Techno und manchmal sogar Boogie.
Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht
Da wäre zum Beispiel „Hold Your Head Up“ (featuring Kasar), ein mysteriöser Hybrid, den man sich am besten so vorstellt als ob die Pet Shop Boys zusammen mit Hot Chip Deep House machen würden. Oder „The Way“, wo wir mit dem Gesang von Desney Bailey verzückt werden und einem Arrangement, welches voll auf die Bassline abzielt und so nur noch glückliche Gesichter und verschwitzte Hemden zurücklässt. Catchiness, Positivismus und Euphorie (ein Titel heisst übrigens „Euphoria“) – das sind die Schlagwörter, die einem beim Hören dieses wahrlich bezaubernden Werkes einfallen. Ein Debutalbum einer der vielversprechendsten Acts einer Szene, die keinem Genre so richtig zuzuordnen ist. Und wenn dann der vorletzte Track, „Melancholia“, einsetzt, dann ist es irgendwie so wie beim Abschluss der schönsten Ferien aller Zeiten. Eine perfekte balearische Glückseligkeit verbunden mit den Erinnerungen daran, wie man am Meer gesessen, den entfernten Klängen einer Gitarre gelauscht und der untergehenden goldenen Sonne zum Abschied gewunken hat. Bis dann, Freunde!
Dieses Album wird euch und eure zukünftigen Gäste über die nächsten Monate mit Ehrfurcht erfüllen. So viel ist sicher.
TRACKLISTING
01. Take The Fall feat. Pete Josef
02. Here Again feat. Paul Randolph
03. White Walls feat. Neve
04. Hold You Head Up feat. Kasar
05. Euphoria
06. The Way feat. Desney Bailey
07. Lux
08. Bits Of Me feat. Pete Josef
09. Gloom
10. Melancholia
11. Flieg Los feat. Neve
Album-Veröffentlichung: 22.11.2013
Beats International
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Dieses Album wird euch und eure zukünftigen Gäste über die nächsten Monate mit
Ehrfurcht erfüllen. Bild 1: Album "Lux" © Sonar Kollektiv
Bild 2: Paskal und Urban Absolutes Quelle: Beats International