In dieser Woche prägt die Schweiz das aktuelle Film- und Kunst-Angebot.
Vor allem mit ihrem Nationalhelden "Wilhelm Tell": Schillers klassisches Drama hat Regisseur Nick Hamm dramaturgisch sachte modernisiert, sorgfältig ausgestattet und souverän inszeniert - für ein in sich stimmiges Action-Epos als zeitgenössischen Historienfilm.
In Nebenrollen glänzen Ben Kingsley und Golshifteh Farahani.
(Kinostart: 19.6.) Ein Apfelschuss für eine Alpenrepublik: Die Legende über den Schweizer Nationalhelden ist unverwüstlich.
Regisseur Nick Hamm orientiert seine Verfilmung am Stück von Friedrich Schiller, passt den Stoff aber zeitgemäß und sorgfältig an – für ein gelungenes Historien-Action-Epos.
Was den Briten ihr König Artus und den Deutschen ihr Siegfried, ist der Schweiz ihr Wilhelm Tell: eine Sagengestalt, deren mögliche historische Wurzeln tief begraben sind unter den Legenden, die sich um sie ranken.
Ob dieser Volksheld wirklich existiert hat, ist nach wie vor umstritten. Doch die wichtigsten Stationen seiner Geschichte haben sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben – nicht nur in der Schweiz.
Der Apfelschuss, Tells Sturmfahrt über den Vierwaldstätter See, sein „Tyrannenmord“ am habsburgischen Landvogt Gessler und schließlich der Rütlischwur der rebellierenden Schweizer Fürsten, der zur Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft im 14. Jahrhundert führte:
All dies ist das dramaturgische Rückgrat aller Nacherzählungen, von volkstümlichen „Tellspielen“ bis zu den Bühnen der Hochkultur.
Gioachino Rossinis Oper von 1829 wird bis heute noch ebenso gespielt wie das 1804 uraufgeführte Theaterstück von Friedrich Schiller.
Ein neuzeitlicher Odysseus
Aus diesem Kontext schert der Film von Regisseur Nick Hamm auf den ersten Blick nicht aus; tatsächlich diente ihm Schillers Schauspiel als Vorlage.
Keine schlechte Entscheidung, denn in ihrer Funktion als patriotische Heldengeschichte wurde die Legende seither kaum besser dramatisiert:
Tell ist bei Schiller ein neuzeitlicher Odysseus, der widerwillig in den Konflikt hineingezogen wird und mit dem Mord an Gessler den Startschuss zum Aufstand gibt.
Kunst+Film-Redaktion


Landvogt Gessler (Connor Swindells) verteidigt mit allen Mitteln die Habsburger-Herrschaft. Foto: SquareOne Entertainment
Tells Kampfgefährte Baumgarten (Sam Keeley). Foto: SquareOne Entertainment
Gessler (Connor Swindells, re.) hat Tells Sohn Walter (Tobias Jowett) als Geisel gefangen genommen. Foto: SquareOne Entertainment
Der Habsburger König Albrecht (Ben Kingsley) will seine Macht weiter ausdehnen. Foto: SquareOne Entertainment
Tells Sohn Walter (Tobias Jowett) erwartet, dass sein Vater mit der Armbrust auf den Apfel schießt. Foto: SquareOne Entertainment



