16.10.2012 07:02 Auseinandersetzung mit den Figuren und Mechanismen der Macht

Theater in München: Erpressung von Pippo Delbono bis zum 9.11.2012

Foto: Hans Jörg Michel

Von: GFDK-Residenztheater

„Ich lebe in einem korrupten, verwundeten Land, in abgrundtiefe Rohheit herabgesunken. Seit langer Zeit erstarrt dieses Land in der immer gleichen theatralischen Darstellung, bestehend aus stillschweigend hingenommenen Lügen, Machtmissbräuchen und Erpressungen.“

Eine Inszenierung des international erfolgreichen italienischen Regisseurs, Schauspielers und Tänzers Pippo Delbono: Unter dem Eindruck politischen Geschehens wie auch den Erschütterungen der eigenen Biographie sucht Delbono die Auseinandersetzung mit den Figuren und Mechanismen der Macht, der Erpressung und der Lüge in den politischen Zusammenhängen ebenso wie in alltäglichen Situationen.

Delbono, der mit seiner eigenen Compagnie v.a. in Italien und Frankreich arbeitet und seine Stücke weltweit in mehr als 50 Ländern gezeigt hat, inszeniert zum ersten Mal in Deutschland. Er verwendet selten klassische Texte und Vorlagen, sondern entwickelt die Produktionen jeweils aus aktuellen Fragestellungen heraus.

Mit acht Schauspielern unseres Ensembles erarbeitete er in Improvisationen ein Vokabular an Gesten, Dialogen und szenischen Sequenzen, das inhaltlich an persönliche Erfahrungen ebenso wie an politisches Geschehen anknüpft und dabei immer die Spur der erpresserischen Verwicklungen, aber auch der Suche nach Bindungen verfolgt. Einer Welt der verlogenen Oberflächen und des Machtmissbrauchs lehnt sich aufbegehrende Emotionalität entgegen. Das Motiv der Erpressung wird von den Schauspielern untersucht, umkreist und ausgeweitet zu einem Panorama menschlicher Beziehungen zwischen Nötigung und Hingabe. Delbonos Theater fußt auf asiatischen Körper- und Schauspieltechniken, den Erfahrungen seiner Zusammenarbeit mit Pina Bausch sowie einer starken Gewichtung der Musik in seinen Stücken. Eine intensive Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Violinisten Alexander Balanescu; in „Erpressung“ werden Songs und Kompositionen von Franz Schubert bis Nina Hagen eingespielt.

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