23.10.2012 07:02 große Sonderausstellung

Ausstellung in Bremen: Friedensreich Hundertwasser: Gegen den Strich. Werke 1949 bis 1970 bis zum 17.02.2012

© 2012 NAMIDA AG, Glarus/Schweiz - 4 Bilder

Von: GFDK - Kunsthalle Bremen

Die Kunsthalle Bremen präsentiert die große Sonderausstellung "Friedensreich Hundertwasser: Gegen den Strich. Werke 1949 bis 1970". Mit einer Auswahl zentraler, aber selten gezeigter Arbeiten aus dem Frühwerk des Künstlers der späten 1940er und 1950er Jahre sowie klassischen Meisterwerken werden neue Perspektiven auf das Werk Hundertwassers eröffnet.

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) ist einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts, der aber auch oft missverstanden und unterschätzt wird. Die Ausstellung zeigt den Künstler als wichtiges Mitglied der internationalen Avantgarde, der in den 1950er Jahren in Paris arbeitete und eine Bildsprache parallel zum herrschenden Informel entwickelte. Mit seiner Suche nach neuen leuchtenden Farbwelten und als Vordenker visionärer Kunstformen betrat er in den 1950er und 1960er Jahren Neuland.

In den 1960er Jahren vertrat Hundertwasser Österreich auf der Biennale in Venedig und stellte auf der documenta III in Kassel aus. Auch stand er in Kontakt mit zahlreichen Vertretern der internationalen Kunstszene u.a. Yves Klein, Pierre Soulages, Alain Jouffroy und Arnulf Rainer.

Hundertwassers bahnbrechendes ökologisches Engagement entwickelte sich aus seinem künstlerischen Schaffen sowie seinem Glauben an die Kraft der Natur und individuelle Kreativität. Seine für die damalige Zeit radikalen zivilisationskritischen und ökologischen Positionen werden durch Manifeste und Aktionen dieser Jahre dokumentiert und in der Ausstellung in Beziehung zum malerischen Werk des österreichischen Künstlers gesetzt.

Das verschimmelungs-manifest und die Linie als zentrales Element

Die wachsende, organische und ungerade Linie ist für Hundertwasser das zentrale künstlerische Element und Ausdruck seines naturverbundenen Ansatzes. Im verschimmelungs-manifest gegen den rationalismus in der architektur von 1958 wettert er gegen die gerade Linie: "Die gerade Linie ist keine schöpferische, sondern eine reproduktive Linie. In ihr wohnt weniger Gott und menschlicher Geist, als vielmehr die bequemheitslüsterne, gehirnlose Massenameise." Er spricht sich für „schöpferische Verschimmelung“ aus, denn Schimmel beseele die gerade Linie. 1953 entdeckt er das Schlüsselmotiv der Spirale – Symbol des Lebens, der Schöpfung und des kreativen Akts.

Die Linie von Hamburg als Geburtsstunde der europäischen Aktionskunst

1959 führte Hundertwasser gemeinsam mit Bazon Brock und Herbert Schuldt die Aktion Die Linie von Hamburg durch. Über die Dauer von zwei Tagen überzogen sie mit einer kleinen Gruppe von Studenten mit Pinsel und Farbe die Wände des Ateliers 213 in der Hochschule für bildende Künste in Hamburg mit einer endlosen Linie. Die nicht angemeldete Aktion erregte den großen Unmut des Rektors und weitete sich zu einem Skandal aus.

Infolge des mangelnden Rückhalts für sein Wirken, trat Hundertwasser von seiner Dozentur zurück. Bis heute gilt Die Linie von Hamburg als eine Geburtsstunde der europäischen Aktionskunst. Die Kunsthalle Bremen inszeniert diese Linie in enger Zusammenarbeit mit Bazon Brock neu. Im Geiste des Originals wird ununterbrochen – mehr als 48 Stunden lang – vor der Eröffnung der Ausstellung eine Linie gezogen und die Große Galerie in der Kunsthalle in eine endlose Spirale verwandelt.

In der Ausstellung werden über 100 ausgewählte Zeichnungen, Graphiken und Aquarelle sowie großformatige Gemälde von 1949 bis 1970 präsentiert, die den Besucher zu den Ursprüngen dieses außergewöhnlichen Künstlers zurückführen.

Die Leihgaben für die Ausstellung stammen unter anderem aus dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, dem Museum der Moderne Salzburg, der Albertina, dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, das KunstHausWien, der Kunsthalle Hamburg, dem Sprengel Museum Hannover sowie aus zahlreichen Privatsammlungen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz.

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