06.07.2020 Davis Bowie der Bücherwurm

Wer war David Bowie? die Antwort steckt in seinen Lieblingsbüchern

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

David Bowie hasste Flugzeuge. So es ihm möglich war, reiste er mit dem Zug, wobei er in speziellen Koffern stets seine mobile Bibliothek mit sich führte, was für den einen oder anderen Leser eine Überraschung sein mag, aber David Bowie, einer der größten musikalischen Künstler der zurückliegenden Jahrzehnte, liebte Literatur.

Er sagte: „Die einzige Kunst, mit der ich mich jemals beschäftige, ist die, bei der ich mich bedienen kann.“ Bowie hat immer und überall gelesen, vor Konzerten, nach Konzerten, im Drogenrausch und während des Entzugs; er hat Rezensionen verfasst und sprach pausenlos über die unzähligen Werke, die er über die Jahre verschlungen hat.

Ob es Der Fremde von Albert Camus war, Madame Bovary von Gustave Flaubert, die Ilias von Homer, Unterwegs von Jack Kerouac oder Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, sie alle waren bis zu Bowies Tode 2016 im Alter von nur 69 Teil seines Lebens.

100 dieser Bücher stellt der Londoner Journalist John O’Connell jetzt mit Hilfe kurzer Essays in „Bowies Bücher“ vor; jeder gibt uns einen neuen Einblick in den Mann Bowie, wie die Literatur seine Musik beeinflusst hat und lassen uns so einen Künstler neu kennenlernen, der über vier Jahrzehnte wie kaum ein anderer die Musikwelt geprägt hat.

Die Wahl dieser Bücher stammt übrigens von Bowie selbst. Er hat sie 2013 für die Londoner Ausstellung „David Bowie Is“ zusammengestellt, eine Retrospektive seiner Karriere mit Rekordbesucherzahlen, wo sie zum Teil von der Decke des The Victoria & Albert Museums hingen.

Es sind die für ihn wichtigsten und prägendsten Bücher. Und schaut man sich die Werke genauer an, werden folgende zwei Muster deutlich:

Das erste bilden die kulturellen Elemente, die Bowies künstlerisches Empfinden formten; das zweite zeigt einen Weg durch Bowies Leben vom Kind zum Teenager und vom drogenumnebelten Superstar zum zurückgezogen lebenden Familienmenschen auf.

Bowie hat sich - zum Glück - nie in oberflächlichen Interviews oder einer selbstherrlichen Autobiografie gemein gemacht hat. (In der Bowie-Biografie „Ein Leben“ von Dylan Jones kommen nur Weggefährten und Kollegen zu Wort.)

Wer also war David Bowie? Ich denke, die Antwort steckt in seinen Lieblingsbüchern. „Bowies Bücher“ ist frisch bei Kiepenheuer & Witsch (www.kiwi-verlag.de) erschienen, hat knapp 400 Seiten und kostet 16 Euro. Großartig!

Sönke C. Weiss

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