24.06.2020 Corona Hotspot Lateinamerika

Waisen- und Straßenkinder - FUTURO SI bittet um Hilfe für Kinder in Lateinamerika

von: GFDK - Kultur und Medien

„Die Auswirkungen der weltweiten Verbreitung des Corona-Virus sind extrem“, so Fridhelm Griepentrog, der Vorsitzende von FUTURO SI, der Düsseldorfer Initiative für Kinder in Lateinamerika e.V

„Wir sammeln seit über 25 Jahren Spenden für benachteiligte Kinder in Elendsvierteln in Lateinamerika und sind natürlich auch während der Corona Krise aktiv.

Unsere besondere Aufmerksamkeit – und Sorge – gilt besonders in der Zeit der Corona-Pandemie den Kindern in unseren Projekten in Lateinamerika.“

„Uns erreichen“, so heißt es weiter, „sehr ernst zu nehmende Nachrichten. Die Angst vor den Folgen des Virus ist riesig. Während wir uns hierzulande mit weiteren Lockerungsmaßnahmen beschäftigen, ist der Höhepunkt der Krise in Lateinamerika noch längst nicht erreicht.

Die ohnehin schwachen Gesundheitssysteme und Versorgungsstrukturen können angesichts rapide steigender Corona-Fälle komplett zusammenbrechen. Die sozialen Folgen wären erschreckend.“

Vielerorts gab es extreme Ausgangssperren, einige Projekte mussten vorübergehend ganz schließen. Für die dort betreuten Kinder gibt es keine warmen Mahlzeiten mehr, keine Ausweichmöglichkeiten aus den äußerst engen und überbelegten Wohnsituationen und keinen Schutz bei zunehmender häuslicher Gewalt, keine medizinische Versorgung, keine fürsorgliche Zuwendung und keine Hilfe bei ihren Ängsten und Nöten.

In Brasilien ist die Situation wohl am schwierigsten und äußerst dramatisch. Mehr und mehr sind eigene Angestellte im Projekt AVICRES und nahe Angehörige vom Virus angesteckt. Wegen fehlender Krankenversicherung gehen sehr viele nicht in die Notaufnahmen der öffentlichen Krankenhäuser, weil sie dort nicht behandelt werden.

Das Waisen- und Straßenkinderheim war während der ganzen Zeit geöffnet.  Hingegen sind der Kindergarten und die Kindertagesstätten, die direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, ebenso geschlossen wie die Familienfürsorge.

Seit Mitte März wird eine Kampagne organisiert, mit der für alle Familien der ca. 450 Kinder und Jugendlichen erst einmal die notwendigsten Grundnahrungsmittel zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese Familien leben meistens nur von Hungerlöhnen aus informeller Beschäftigung, also vom Straßenhandel, der zurzeit aber auch verboten ist.

In Ecuador durfte die Klinik seit letzter Woche unter erschwerten Bedingungen wieder öffnen. Dort, wo es an so vielem mangelt, sind die speziellen Hygienevoraussetzungen  nur mit viel Fantasie und Enthusiasmus zu erfüllen.

In Argentinien können vom Projekt PERSONITAS wenigstens 55 Familien mit regelmäßigen Care-Paketen mit Lebensmitteln versorgt werden. Es wird versucht, bei ortsansässigen Firmen Spenden zu sammeln, da bisherige Spender wie Gastronomiebetriebe und Hotels, die bislang Nahrungsmittel weitergaben, selbst geschlossen haben. Außerdem wird schon jetzt warme Kleidung für den bevorstehenden Winter gesammelt.

Ähnlich sieht es im Projekt ADECI in Guatemala aus. Auch hier wurden die verderblichen Nahrungsmittel an die bedürftigsten Familien verteilt.

Die Kindertagesstätte wurde aufgrund staatlicher Vorgaben bereits am 13.03. geschlossen, und die Ausgangssperre führt dazu, dass arme Familien, die sich nur durch mehrere Jobs über Wasser halten können, am Ende noch weniger Geld zur Verfügung haben als zuvor. Die sich selbst überlassenen Kinder sind wieder leichtes Opfer für die Anwerbeversuche der berüchtigten Jugend-Banden.

In Peru ist die Situation nicht wesentlich anders. Immerhin hat es Christa Stark, Leiterin des Kinderheim-Projekts geschafft, mit Hilfe eines örtlichen Busunternehmers und unter Polizeischutz die noch verbliebenen deutschen Praktikanten und Gäste zum nächst gelegenen Flughafen bringen zu lassen.

Im Heim durften nur 10 Waisenkinder bleiben, alle anderen wurden zu ihren Verwandten geschickt. Das kleine Hotel, die einzige Einnahmequelle für soziale Direkthilfe, musste ebenfalls schließen.

„Auch wir in Düsseldorf erleben deutliche Einbußen durch nicht stattfindende Benefiz-Veranstaltungen, wie die legendären Tango-Konzerte in der Tonhalle, die lateinamerikanischen Filmabende in der Black Box oder die Latin Jazz Nights in der Jazzschmiede. Diese Einnahmen fehlen jetzt besonders“, bedauert Petra Kleinsorg, die Geschäftsführerin von FUTURO SI.

„Um unsere Kinder-Projekte in Lateinamerika weiterführen zu können, benötigen wir dringend Unterstützung“

Spendenkonten:

GLS Bank, IBAN: DE10 4306 0967 4068 4179 00

Stadtsparkasse Düsseldorf,  IBAN: DE24 3005 0110 0015 0913 33

Online unter www.futuro-si.de direkt auf der Startseite über das Spendenportal

FUTURO SI betreibt einen Online Shop www.futuro-si-shop.de, in dem wir köstliche Weine und Spirituosen aus Lateinamerika anbieten. Das Ladenlokal in Düsseldorf in der Corneliusstr. 50, Innenhof, ist mit eingeschränkten Öffnungszeiten wieder geöffnet:  Mo. – Fr. 10 – 16 Uhr, Sa. geschlossen.

FUTURO SI

Initiative für Kinder in Lateinamerika e.V.

Corneliusstr. 50, Innenhof

40215 Düsseldorf

Tel. 0211 – 99 44 70 50